In die verfahrene Diskussion um die Abtreibungspille RU 486 kommt sowohl von politischer als auch medizinischer Seite neue Bewegung. So hat der neue amerikanische Präsident Bill Clinton den Gesundheitsminister angewiesen, das von der US-Arzneimittelbehörde FDA ausgesprochene Importverbot gegen die französische Pille zu überprüfen. In den Vereinigten Staaten dürfen normalerweise ausländische Medikamente, die von der FDA noch keine offizielle Zulassung haben, für den persönlichen Gebrauch importiert werden – gegen die Abtreibungspille gab es jedoch eine Verfügung. Diese Entscheidung der FDA habe "auf anderen Faktoren beruht als einer Abschätzung der möglichen Gesundheits- und Sicherheitsrisiken", schrieb Clinton an das Gesundheitsministerium und forderte es auf, Maßnahmen zu prüfen für beschleunigte Tests, Zulassung und Herstellung von RU 486 oder verwandten Substanzen.