Von Dan Coats

WASHINGTON. – Einige Historiker behaupten, Alexander der Große sei ein Homosexueller gewesen. Das gleiche wurde von Richard Löwenherz gesagt. Hochdekorierte, verborgene Homosexuelle in der Armee sind jedenfalls keine Erscheinung der Moderne. Sexuelle Präferenzen haben offensichtlich mit militärischem Können wenig zu tun. Wenn Homosexuelle hervorragende Soldaten sein können, warum sollen sie dann nicht in der Armee dienen?

Der amerikanische Präsident hat dies versprochen, auch wenn er wegen des Widerstands gegen die Zulassung von Homosexuellen erst einmal ein Moratorium von sechs Monaten verkündete. Anerkannte Rekruten sollen nicht länger nach ihren sexuellen Neigungen gefragt werden. In meinen Augen ist das ein gefährlicher Fehler.

Selbstverständlich gibt es bei den Homosexuellen nicht mehr Feiglinge als bei der übrigen Bevölkerung. Sie sind auch kein Sicherheitsrisiko mehr. Trotzdem gibt es gute Gründe, die nichts mit Haß und Vorurteilen zu tun haben, sie vom Militär auszuschließen.

Nehmen wir das Problem der Privatsphäre. Der Militärdienst diktiert Intimität – von engen Etagenbetten bis zu Gemeinschaftsduschen. Auf Unterseebooten wird die Nähe in Zentimetern gemessen. Doch die Einheit, in der sich die Soldaten im Ernstfall füreinander aufopfern müssen, wird untergraben, wenn sexuelle Neigungen eine Rolle spielen.

Die Homosexuellen-Politik der US-Streitkräfte wird oft verglichen mit den alten Einschränkungen für nichtweiße Soldaten. Aber die praktische Sorge darum, wie man sexuelle Konflikte in engen Unterkünften verhindert, ist nicht das gleiche wie Rassismus.

Einen besseren Vergleich bietet die natürliche Spannung zwischen den Geschlechtern. Niemand würde junge Männer und Frauen in Etagenbetten auf einem Zimmer unterbringen und dann versuchen, ihr sexuelles Verhalten zu regulieren. Deshalb werden Männer und Frauen in den amerikanischen Streitkräften getrennt einquartiert.