Was tun, wenn sich die vielen Köche nicht auf ein gemeinsames Rezept einigen können? Damit nicht gleich die Qualität des Breis zu erkennen ist, erhoben die Finanzminister der sieben wichtigsten Industriestaaten („G 7“) auf ihrem Treffen am vergangenen Wochenende in London die Vielfalt zum Programm: Jeder darf nach eigenem Geschmack in seinem eigenen Topf weiterköcheln, auch wenn letztlich in der offenen Weltwirtschaft alles zusammengerührt wird. Einer setzt auf eine Prise Steuererhöhungen, ein anderer würzt lieber mit zusätzlicher Staatsverschuldung, ein dritter schmeckt mit etwas Protektionismus ab.

Aus dem fernen Japan riet Bundeskanzler Helmut Kohl seinen Landsleuten noch zu einem Schuß fernöstlicher Imitation, obwohl auch dort gerade eher lau gekocht wird. Die Deutschen müßten lernen, „früher aufzustehen“, und die junge Generation solle nicht dasitzen und „schon über ihre Rente nachdenken“. Und dann wird der weltwirtschaftliche Eintopf dem gutgläubigen Bürger auf der Speisekarte als „inflationsfreies Wachstum“ angepriesen. Guten Appetit! whz