Ältere Menschen, deren Rente nicht für einen Urlaub langt, können bei einigen Kommunen Zuschüsse beantragen. Doch nur wenige Städte gehen mit gutem Beispiel voran.

Laut Bundessozialhilfegesetz sind die Kommunen verpflichtet, für die gesellschaftliche Integration älterer Menschen zu sorgen. Deshalb bezuschussen einige Städte und Gemeinden freiwillig Wohltätigkeitsorganisationen, die Rentnern preiswerte Erholungsreisen in Gruppen anbieten. So stellt beispielsweise die Abteilung Altenhilfe der Stadt München für diesen Zweck einen jährlichen Fonds von rund 160 000 Mark zur Verfügung. Empfänger der Gelder sind unter anderem die Arbeiterwohlfahrt, der Caritasverband und das Diakonische Werk. Mit Hilfe der Zuschüsse können sie die Teilnehmerkosten für die von ihnen veranstalteten Reisen relativ niedrig halten.

Eine dreiwöchige Gruppenfahrt des Caritasverbandes der Erzdiözese München und Freising e.V. nach Abtenau im Salzburger Land kostet inklusive Busfahrt, Vollpension und Doppelzimmer pro Person 874 Mark. Bedürftigen Rentnern gewährt die Stadt Zuschüsse von sechs Mark pro Reisetag. Reisen des Sozialen Beratungsdienstes der Evangelischen Kirchengemeinde München-Hasenbergl führen die Senioren bis nach Italien. Auch die Teilnehmer dieser Fahrten erhalten eine einkommensabhängige Beihilfe des Münchner Sozialamtes.

Mit einem jährlichen Etat von 750 000 Mark unterstützt die Abteilung Altenhilfe des Sozialamtes von Frankfurt am Main die Reisewünsche älterer, bedürftiger Menschen. Pensionären, die nach Abzug der Mietkosten ein Einkommen von höchstens 924 Mark beziehen, werden die dreiwöchigen Gruppenfahrten voll finanziert.

Wei bis zu 1074 Mark monatlich über hat, steuert je nach Rente zwischen 10 und 150 Mark zum Urlaub bei. Alle anderen zahlen die Reise aus eigener Tasche. Ein dreiwöchiger Aufenthalt in Bad Hersfeld mit Vollpension, Kurtaxe, Nachmittagsausflug sowie Hin- und Rückreise im Kleinbus kostet 970 Mark.

Die Palette der siebzehn Reiseziele reicht von Kurorten im Schwarzwald bis zu Bädern des Südharzes. Sowohl der Speiseplan als auch die Heil- und Freizeitmöglichkeiten sind auf die Bedürfnisse der älteren Menschen abgestimmt.

Für weitere Informationen steht die Altenhilfe in der Eschersheimer Landstraße 42-44, Telephon 069/2123 5415, zur Verfügung.