Korruption: Polizei verhaftet Zementkönig Kleinsparer: Deutsche Bank überzeugt Bundesbank Konzerne: Metro zerschlägt Comco

Schon lange ist der rechtspopulistische Politiker und Chemieunternehmer Christoph Blocher den Chefs der Schweizerischen Bankgesellschaft (SBG) ein Dorn im Auge. Das Mandat des Rebellen im Verwaltungsrat des größten helvetischen Geldhauses soll deshalb nicht erneuert werden. Einstimmig sprachen ihm seine Verwaltungsratskollegen das Mißtrauen aus. Blochers Liaison zur BZ Bank, der größten Einzelaktionärin der SBG, wird ihm ebenso vorgeworfen wie seine marktfremden Forderungen nach niedrigeren Hypothekenzinsen.

Nicht vergessen können die SBG-Manager auch, daß Blocher ihren Direktionspräsidenten Robert Studer bei einem hemdsärmeligen Fernsehauftritt wie einen kleinen Schuljungen abgekanzelt hat. Daß der renitente Unternehmer dann auch noch erfolgreich gegen die Europa-Integration der Schweiz agitierte, dürfte das Faß zum Überlaufen gebracht haben. Doch Studer und SBG-Verwaltungsratspräsident Nikolaus Senn könnten sich verrechnet haben: Blocher will auf der Hauptversammlung Ende April als freier Verwaltungsratskandidat antreten. Er setzt auf die Stimmen der BZ-Bank und Tausender von Kleinaktionären.

Als „Prominenter der Woche“ unter den verhafteten italienischen Unternehmern kam im Strudel der landesweiten Ermittlungen wegen Bestechung und verbotener Parteienfinanzierung jetzt Zementkönig Giampiero Presenti an die Reihe. Die Verhaftung wurde inzwischen in Hausarrest umgewandelt. Die Ermittlungsrichter werfen dem Großaktionär des führenden italienischen Kraftwerkbauers Franco Tosi vor, er habe je acht Millionen Mark Schmiergeld an Christdemokraten und Sozialisten zahlen lassen, damit Franco Tosi als Gegenleistung die Aufträge für vier Großkraftwerke des staatlichen Stromversorgungsunternehmens ENEL bekam.

Die Zahl der Unternehmer und Politiker, gegen die ermittelt wird oder die verhaftet wurden, ist kaum noch zu zählen: Mehr als 200 Parlamentarier, das sind acht Prozent der Abgeordneten von Parlament und Senat, sowie weit mehr als tausend Unternehmer und Manager. Fast der gesamte Bereich der öffentlichen Aufträge in Italien war dem Markt und der Konkurrenz entzogen.

Kleinsparer in Deutschland können aufatmen: Es wird nun doch keine Kündigungssperrfrist auf Spareinlagen mit dreimonatiger Kündigungsfrist geben. Wolfgang Pfaff, Direktor der Deutschen Bank und zuständig für das Privatkundengeschäft, hat neben einigen anderen im Sinne der Sparer bei der Bundesbank interveniert und um Rücknahme dieser Forderung gebeten. Bundesbankchef Helmut Schlesinger hatte ein Einsehen.

Statt einer Liberalisierung des Spargeschäfts hätte diese Sperrfrist für die Sparer eine erhebliche Verschärfung bedeutet. Geplant war, von Juli an jede Spareinlage mit einer dreimonatigen Kündigungssperrfrist zu versehen. Erst danach hätte der Sparer sein Geld mit dreimonatiger Frist kündigen können. Er wäre also ein halbes Jahr nicht an sein Geld herangekommen.