Für 265 Millionen Mark kann man sich schon etwas leisten: zum Beispiel einen schönen neuen Bundestag in Bonn mit einer perfekten Lautsprecheranlage. Beides sind denn auch wunderbare Exemplare deutscher Wertarbeit geworden, für die der Architekt Günter Benisch und die Weltfirma Siemens verantwortlich zeichnen. Doch leider, sie passen nicht zusammen.

Als die Abgeordneten im November ihr neues Haus in Betrieb nehmen wollten, versagte die Sprechanlage. Auch an diesem Montag, dem nächsten ins Auge gefaßten Termin, zeigte sich das Siemens-Prunkstück seinem Zweck noch nicht gewachsen. Nun sollen Haus und Anlage bis zum Herbst in Einklang gebracht werden.

Einklang? Der Auftrag, so der Architekt kühl, habe gelautet, eine Lautsprecheranlage für den Plenarsaal zu bauen, und nicht einen Plenarsaal um die Lautsprecher. Siemens beharrt: „Unsere Anlage hat immer funktioniert.“ Nur leider nicht im neuen Deutschen Bundestag. Vielleicht folgt die Münchner Weltfirma doch dem Ratschlag eines Gutachters, paßt ihre Anlage dem Hohen Hause an und beendet so den Skandal. gf