Herr Hirsch! Herr Templin! Frau Bohley! Herr Rathenow! Zeugenaufruf im Potsdamer Landtag. Steig mal auf die Leiter, sagte der ZDF-Reorter zu seinem Kameramann, wenn keiner kommt, filmt man immer von oben.

Sie waren schon wieder weg. Acht DDR-Oppositionelle hatte der Stolpe-Untersuchungsausschuß zu seiner letzten Anhörung geladen. Statt auszusagen, servierte das erwählte Oktett den Medien einen dicken Hefter mit Anti-Stolpe-Material: Stasi-Unterlagen und etliches aus jenem Kreise, der bei Stolpes Kritikern „Arbeitsgemeinschaft Heiligenschein“ heißt.

„Der Ausschuß weicht vor einer manipulierten Öffentlichkeit zurück, die in Stolpe eine ostdeutsche Leitfigur sieht.“ So schrieben die acht und erklärten ihre Ladung zur „Alibifunktion“. Wie freute sich der amtierende Ausschußvorsitzende (SPD), daß dieser Text nicht persönlich gezeichnet war, „so daß wir damit schon aus diesen Gründen wenig anfangen können“. Gleich fiel ihm auch ein, wie Herr Hirsch doch noch zur Aussage ermuntert werden könnte: durch Bestrafung mit Ordnungsgeld. Da wird Ralf Hirsch die lang vermißten DDR-Gefühle kriegen.

Ewiger Ausschuß, ewige Revolutionäre. Wer kann da schlichten? Wir. Bevor sich beide Seiten demokratischer Neigung bezichtigen, wollen wir gemeinsam fordern: Stolpe muß endlich Stolpe bleiben! C.D.