Das Bundesgesundheitsamt hat in der vergangenen Woche davor gewarnt, Kondome ohne amtliche Prüfnummer zu benutzen. Denn nur ordnungsgemäß zugelassene Präservative, so die stille Botschaft der Gesundheitshüter, könnten auch für unsere Sicherheit sorgen. Auch solle man auf das Haltbarkeitsdatum achten, riet das Amt. Doch die Tücke der Technik kann auch hier fatale Überraschungen bereithalten. So mußte im Januar das Gesundheitsamt Nürnberg ausgerechnet vor der Verwendung der 10 000 Kondome warnen, die es selbst im Rahmen seiner Aids-Arbeit an Schulen, Vereine, Jugendeinrichtungen und Einzelpersonen verteilt hatte. Nachdem ein Klient schadhafte Stellen in den Kondomen moniert hatte, förderten Stichproben in rund einem Viertel aller verteilten Präservative Löcher und „Dünnstellen“ zutage. Als Schuldige wurde bald die Herstellerfirma ausgemacht, aber nicht etwa, weil sie auf die Prüfnummer verzichtet hatte, sondern im Gegenteil das Haltbarkeitsdatum derartig effektvoll einprägte, daß die Gummis bereits durch die Verpackungen hindurch gelöchert wurden. Bleibt zu hoffen, daß das Bundesgesundheitsamt seine Prüfnummern mit sanfterer Hand verteilt. US