Jetzt wollen sie sich, die Herren Ministerpräsidenten, sogar an der deutschen Wirtschaft vergreifen – wenn auch nicht an der Kneipe von nebenan. Bewirtungsspesen, so die Länderchefs, sollten künftig nicht mehr von der Steuer absetzbar sein. Das solidarische Sparen an Speis und Trank könnte freilich ungeahnte Konsequenzen haben. Schließlich gehöre, weiß nicht nur Frau Anne M. Paltzer, Geschäftsführerin der Romantik Hotels & Restaurants, ein Arbeitsessen heutzutage „zum guten Ton“ und sei „nicht selten Voraussetzung für erfolgreiche Geschäftsabschlüsse“. Daß ohne die spendablen Manager und ihre Amigos so mancher Gourmettempel seine Tore schließen müßte, könnte man vielleicht noch hinnehmen. Weit schlimmer: Die Münchner Wirte sehen schon das Oktoberfest ernsthaft gefährdet – denn dort wird fast jede zweite Maß und jedes zweite Hendl auf Firmenkosten spendiert. Nicht auszudenken, wenn die zahlreichen Geschäftsabschlüsse am Biertisch plötzlich ausblieben. Das träfe nicht nur Bayerns Wirtschaft. Unser aller Solidarität ist jetzt gefragt: Spesenritter aller Länder, vereinigt euch! dhl