Kein Einklang mit der Natur

Als spanische Eroberer die neue Welt erreichten, fanden sie keineswegs allenthalben naturfreundliche Landwirtschaft vor. Anstatt die Erde schonend zu behandeln, müssen die Einwohner der mexikanischen Hochlandregion Pátzcuaro ihren Mais und andere Feldfrüchte derart intensiv kultiviert haben, daß die Erosion des Bodens kurz vor der Besetzung durch die Europäer nicht minder gravierend war als danach; stets litt der Boden, wenn es viele Menschen gab. Zu diesem Ergebnis gelangten Sarah L. O’Hara und andere britische Umweltgeographen, nachdem sie Schichten aus 21 Proben vom Boden des Pätzcuaro-Sees datiert und analysiert hatten (Nature, Bd. 362, S. 15 und 48). Die Ablagerungen aus dem See selbst lassen sich gut von dem Material unterscheiden, das von den bebauten Hängen hineingespült wurde. Die Landwirtschaft aus vorspanischer Zeit, die keinen Pflug und keine Zugtiere kannte, sollte mithin nicht als Vorbild für umweltschonende Entwicklung dienen, folgern die Wissenschaftler.