ZEIT: Die Industriemesse in Johannesburg wurde als „erste offizielle Wirtschaftspräsentation der Bundesrepublik Deutschland“ tituliert. Klingt das nicht verräterisch?

Schuurmann: Wieso verräterisch?

ZEIT: Weil die deutsche Wirtschaft inoffiziell stets hier präsent war.

Schuurmann: Wir sehen die politischen Rahmenbedingungen nicht immer als hindernd oder unbedingt richtungsgebend an.

ZEIT: Diese Industriemesse hätte immerhin Gelegenheit zu einem selbstkritischen Rückblick geboten. Warum wurde die Chance nicht genutzt?

Schuurmann: Es ist doch menschlich, daß man bei vielen Töpfen den Deckel nicht mehr hochheben möchte. Keiner will alte Wunden aufreißen. Es verheilt jetzt alles langsam. Und wenn man sich selbst kasteit und sagt „Das war alles furchtbar falsch, was wir gemacht haben“ – wem würde das nutzen?

ZEIT: Viele amerikanische Firmen zogen nach Verhängung der Sanktionen ab. Die deutschen Unternehmen sind geblieben und haben im Schatten eines Unrechtsregimes kräftig verdient.