Der Ministerpräsident Streibl hält hartnäckig an guten, alten Gewohnheiten fest. Heute ist natürlich schon wieder ein ganz anderer Tag. Und in der Zwischenzeit bereits soooo viel passiert, daß man sich an einen aus gestrigen Zeit(ung)en kaum mehr erinnern kann. Streibl? Max?

Seit der Ober-Bayer die Lederhos’n runterlassen mußte, nach und nach, sind schließlich schon wieder so viele in der Weltgeschicht’ umhergereist, Fremde und Freunde, manche auf anderer Leut’ Kosten, manche aber auch auf eigene.

Unter den Letztgenannten nun sind aber einige, die nicht eiligst vergessen haben, weshalb sie sich ganz bewußt „Auf den Spuren von Max Streibl“ Richtung Rio de Janeiro, Brasilien oder auch Nairobi, Kenia begeben haben. Mit jener Schlagzeile hatte sie nämlich das süddeutsche Reisebüro Studentischer Reise- und Informationsdienst (SRID) in einer Anzeigenkampagne zum Erwerb der Flugtickets angestiftet.

Nun aber gelangte Kunde von der Geschichte irgendwie – man argwöhnt über ein bayerisches Privatradio – in die Münchener Staatskanzlei und bis an das Ohr des an und für sich doch humorflugsachverständigen Oberammergauer Passionsdarstellers auf dem Stuhle des Landesvaters.

Allein: Dem Laienengel war in diesem Fall gar nicht zum Lachen: Flugtickets? Bezahlen? Mit richtigem Geld? Und in diesem Zusammenhang der Name Streibl? Der Maxe muß tief betroffen gewesen sein, denn er – ganz Nachfolger des Meisterklägers Strauß – klagte hurtigst. Und zwar auf Unterlassung. Denn, ganz ehrlich, Freunde: Muß man sich etwa alles bieten lassen?

Und außerdem, mag der im tiefen Abgrunde seines Charakters ein „Ehrenmann“ sein – was ihm auch Kumpel Theo W. erst unlängst wieder bestätigt hat: Gedacht hat der bisweilen passionierte Katholik („Geben ist seliger denn Nehmen“) halt in seiner vielgerühmten, selbstlosen Art, daß ein paar Spezln, Freunden bestimmt aus der Anwaltsbranche, ein kleiner Freundschaftsdienst erwiesen werden müsse. Denn für jede entdeckte Anzeige – und es sind eine ganze Menge erschienen – kassieren die juristischen Amigos nun als gerichtlich beschlossenen Finderlohn 1500 Mark von dem Reiseunternehmen.

Und treiben damit dem sich selbst „alternativ“ heißenden Konkurrenzunternehmen von des Ministerpräsidenten Münchener „Mitfahr- und Mitflugzentrale“ (Bayern-SPD-Chefin Renate Schmidt) auch noch gleich und völlig richtigerweise seine Flausen aus. Sagt doch dessen Frankfurter Geschäftsführer Andreas Schacht, der zudem (dann ist ja alles klar!) aus der „Studentenpolitik“ kommt, er halte es für richtig, „aktiv Stellung zu beziehen“! Man könne „das nicht so hinnehmen“, müsse „das auf allen möglichen Wegen kommentieren“!