Die Tourismusindustrie hat Alaska, das „große Land“ zwischen der Arktis, Kanada und Sibirien, längst auch für Kreuzfahrer entdeckt.

In Vancouver, der südlichen Endstation der Alaska-Kreuzfahrten, gingen während der vergangenen Saison zwischen Mai und September 450 000 Passagiere an Bord der Kreuzfahrtschiffe – eine neue Rekordzahl. Insgesamt neunzehn Schiffe werden von acht Reedereien zum Einsatz gebracht.

Alaska-Kreuzfahrten sind alles andere als Hochseetörns. Stundenlang gleiten die Schiffe durch eine fjordgesäumte Landschaft, ohne daß die „Sehleute“ auf den Sonnendecks an den Ufern Spuren menschlicher Zivilisation zu entdecken vermögen.

Abgesehen von einigen Städtchen wie Prince Rubert, Sitka und der nur auf dem See- oder Luftweg erreichbaren Hauptstadt Alaskas, Juneau, blieb die Küste fast gänzlich unerschlossen. Daß man inmitten dieser Wildnis auf Fünf-Sterne-Komfort, Duty-free-Shopping und Show-Veranstaltungen mit Größen vom Broadway und aus Las Vegas nicht verzichten muß, preisen die Reiseveranstalter als bizarr und reizvoll.

Die einwöchige Standardroute Vancouver-Inside Passage-Glacier Bay-Juneau und zurück kostet in der Hochsaison (Mitte Juni bis Mitte August) je nach Kabinenart zwischen 1600 und 3800 US-Dollar. Viele Linien bieten Ausflugsprogramme – etwa zum Goldwaschen, zum 6200 Meter hohen Mount McKinley (Denali-Nationalpark) oder zu entlegenen Inuit-Siedlungen an.

Der neueste Trend beim Marktführer Princess Cruises sind „Ecology Tours“, die die Höhepunkte der Reise mit Vorträgen zu Kultur, Geschichte und Umweltproblemen der Region vertiefen sollen.

In der Vor- und Nachsaison locken viele Anbieter nicht nur mit Rabatten von zehn bis zwanzig Prozent, sondern auch mit einem Bordprogramm in Seminarform. So bietet etwa Holland-America-Lines „Square Dance Cruises“ und Fahrten mit Lehrgängen für Hobbyphotographie oder Finanzplanung an.