Die Mobilität der Deutschen nahm 1992 erneut zu. 45 Millionen, knapp zwei Drittel aller Bundesbürger, verreisten mindestens einmal im Jahr.

Das geht aus der Reiseanalyse des Studienkreises für Tourismus in Starnberg hervor, die während der Internationalen Tourismus-Börse (ITB) in Berlin veröffentlicht wurde. Verglichen mit 1991, dem Jahr, das der Reisebranche wegen des Golfkrieges eine leichte Flaute bescherte, waren nicht nur sechs Millionen mehr Deutsche unterwegs, auch die Zahl derer, die öfter verreisten, stieg an. Acht Millionen machten sich zweimal, zwei Millionen dreimal im Jahr auf und davon.

Beliebtestes Ferienziel der Freizeitnomaden war wieder Spanien, doch schob sich diesmal Bayern vor Italien, den Tabellenzweiten des Vorjahres. Es folgten Österreich, Schleswig-Holstein, Frankreich, Niedersachsen, Griechenland, Baden-Württemberg und Mecklenburg-Vorpommern.

Stärker gefragt unter den europäischen Reisezielen waren Frankreich, Griechenland, Dänemark und die Schweiz.

Alles in allem traf keines der traditionellen Urlaubsländer ein dramatischer Liebesentzug, ein kometenhafter Aufstieg war hingegen auch keinem beschieden.

In Osteuropa zog Ungarn die besondere Aufmerksamkeit der deutschen Nestflüchter auf sich, stark gefragt war auch die Türkei. Das deutlich gestiegene Interesse an den USA hatte wohl vor allem pekuniäre Gründe: Billige Flüge und ein niedriger Dollarkurs erleichterten die Entscheidung für einen Besuch der Staaten.

Wie seit Jahren schon bestimmte wieder das Urlaubsziel die Wahl des Transportmittels. So machte sich erneut mehr als die Hälfte aller Ferienfahrer mit dem Auto auf den Weg. Ein Viertel der Befragten wählte das Flugzeug, um bequem und schnell ans Ziel zu kommen. Obwohl sich im letzten Sommer Busunfälle häuften wie nie zuvor, nahm die Zahl der Busreisenden nicht ab und lag konstant bei zehn Prozent. Der Bahn jedoch kam eine dreiviertel Million Kunden abhanden.