Wenn Vater raucht

Mütter, die vom Glimmstengel nicht lassen können, stehen schon länger am Pranger – jetzt sind die Väter dran. Der amerikanische Biochemiker Bruce Ames präsentierte auf einer Tagung im australischen Melbourne zwei Studien, die rauchende Männer für Mißbildungen bei ihren Kindern verantwortlich machen (New Scientist, Nr. 1863, S. 10). Männer, die eine Packung pro Tag paffen, schädigen offenbar die Erbanlagen in ihren Samenzellen. Ihre Kinder erkranken nämlich doppelt so häufig an Krebs wie die Kinder von Nichtrauchern und weisen wesentlich öfter Hasenscharten oder Herzfehler auf. Als Grund für die Erbgutschäden nennt Ames die oxidierenden Komponenten im Zigarettenrauch. Normalerweise neutralisieren Antioxidantien wie Vitamin C die gefährlichen Stoffe. Bei starken Rauchern reicht diese Abwehr nach Ansicht von Ames allerdings nicht aus. Auch die Fähigkeiten der Zellen, Schäden am Erbgut zu reparieren, seien überfordert.

Satellitenbilder aus Ost und West

Wenigstens in der Erderkundung wächst zusammen, was zusammengehört: Zwischen Neustrelitz (Mecklenburg-Vorpommern) und Oberpfaffenhofen (Bayern) nahm die Deutsche Forschungsanstalt für Luft- und Raumfahrt (DLR) jetzt eine Datenleitung in Betrieb, die es zum ersten Mal ermöglicht, Bilder und Meßdaten von Satelliten beider Hemisphären miteinander zu verbinden. So können zum Beispiel Wolkenbilder amerikanischer Satelliten mit Radaraufnahmen des darunterliegenden Seegangs von russischen Erdtrabanten kombiniert werden.

Extrablatt zur Fälschung

Wird kritischen Wissenschaftsjournalisten in den USA künftig vollends die Arbeit abgenommen? Das Office of Research Integrity (ORI), das im Auftrag des Staatlichen Gesundheitsamtes seit 1989 herausfinden soll, ob in biomedizinischen Forschungsarbeiten gelogen oder betrogen wurde, bringt neuerdings einen ORI Newsletter heraus. Dieser berichtet sowohl über die Arbeit des „Büros für wissenschaftliche Integrität“ als auch über abgeschlossene Fälle. Da darin aber keine Namen genannt würden, kommentiert das Wissenschaftsmagazin Science ironisch, bliebe für Enthüllungsreporter wenigstens noch ein bißchen Stoff.

Antiker Klebstoff

Schon die alten Römer klebten ihre zerbrochenen Tongefäße wieder zusammen, wie neue Funde in England ergaben. Britische Wissenschaftler identifizierten den teerartigen Klebstoff, der die Scherben zusammenhielt, als einen eingedickten Sud aus Birkenrinden. Doch die Römer waren nicht die ersten, die die schwarzen Klumpen schätzten: Schon im Neolithikum, mehrere Jahrtausende vor den Römern, diente der Naturstoff als Kaugummi.