DIE ZEIT

Zeitspiegel

Wir alle haben etwas verloren durch den Balkankrieg. Wer kennt sie nicht, die guten alten Zeiten, als die deutsche Familie abends am Kaminfeuer saß und der Vater den Amselfelder Rotwein öffnete? Erinnerungen an den Sommerurlaub in Jugoslawien kamen damals hoch.

Neues Geständnis in Kiel: Was, wann?

Denn Engholm ist ein ehrenwerter Mann. Aber wie lange noch? Die Geständnisse seiner engsten Mitarbeiter zwingen den schleswig-holsteinischen Ministerpräsidenten und SPD-Bundesvorsitzenden in einen zunehmend brisanten Erklärungsnotstand.

Ablenkung

Am Anfang stand das Provisorium, und das war Bonn. Dann, als es keines mehr war und alle sich dauerhaft eingerichtet hatten, kam die Vereinigung und mit ihr die Frage: Wo sollen fortan Parlament und Regierung amtieren? Bekanntlich fiel die Entscheidung, aus vielerlei Gründen, rationalen und nationalen, für die alte Reichshauptstadt, und mögen die Bonner sich noch so grämen, es wird auch so kommen: „Bonn“ zieht nach Berlin.

UN-Bericht über El Salvador: Die Narben des Krieges

Massaker, Attentate, Morde – zwölf Jahre lang regierte die Angst in El Salvador. Niemand in dem kleinen mittelamerikanischen Staat hat den Schrecken vergessen, jeder kannte mindestens eines der etwa 75 000 Opfer des Bürgerkriegs.

Export auf Umwegen

Der CDU-Bundestagsabgeordnete Günter Klein aus Bremen läßt nicht locker. Obwohl der Bundessicherheitsrat ein Rüstungsgeschäft mit Taiwan schon zweimal ablehnte, will Klein den lukrativen Handel doch noch retten – auf Umwegen.

Wolfgang Ebert: Weiße Weste

Wir gehen in einer Stunde auf Sendung, Herr Streusel, machen wir jetzt noch eine Durchlaufprobe, damit es dann wie am Schnürchen klappt.

Bonner Bühne: Knall ohne Wirkung

Anders heute im ehemaligen Jugoslawien. Da sitzen wir Abend für Abend vor den Toten und Verletzten – dank der Journalisten, die wieder und wieder in die Kampfgebiete aufbrechen.

Fernsehen auf Leben und Tod

Die Gaffer werden ungeduldig. „Spring endlich“, grölt einer. Ein anderer hat um drei Uhr die Zwanzigmarkwette gegen den Nachbarn verloren und erhöht den Einsatz für die nächste Stunde.

Heiße Luft ablassen

„Jeder kann nachempfinden, wie den Leuten in Rheinhausen zumute ist. Deswegen dürfen wir aber, die wir am Rhein leben, nicht vergessen, wie die Verhältnisse im Osten sind.

Humanität fehlt

Ich meine schon, daß der Sozialismus so pur, wie ihn die bärtigen Männer aufgeschrieben haben, nicht zu realisieren ist, sondern man muß, wenn man sich auf diese Theorie beziehen will, das mit der Realität immer in Übereinstimmung bringen.

KLAUS HARTUNG: Harter Knall

BERLIN. – Ende letzter Woche war es dann soweit. Der „harte Knall“. Am Donnerstag gegen 10.50 Uhr wurde auf dem Mühlendamm in Ost-Berlin eine Handgranate von einem fahrenden PKW aus auf einen roten Mercedes geschleudert.

Pressefreiheit ist immer noch ein Fremdwort: Selbstherrlicher Akt

STENDAL. – Als an der Wand hinter dem Richtertisch im Landgericht noch das Staatswappen mit Hammer und Zirkel hing, konnten Träger der gesellschaftlichen Ordnung sicher sein, daß sie in der Zeitung nicht lesen mußten, was sie nicht lesen wollten.

Solidarisch draufgesattelt

An Wunder muß man glauben. So ist es auch mit dem "Wunder von Bonn", wie der sächsische Ministerpräsident Kurt Biedenkopf den Ausgang der Solidarpakt-Klausur nannte.

Schwarzarbeit: Peinlich

Jetzt geht es den Schmarotzern an den Kragen. Nicht nur den Schwarzarbeitern stehen harte Zeiten bevor. Auch kriminelle Unternehmer, die ausländische Hilfsarbeiter für einen Hungerlohn kaputtschinden, sollen hart bestraft werden, möglicherweise sogar mit Gefängnis.

Fischfang: Ruppig

Fischer, die den Wellen trotzen wollen, brauchen wohl starke Arme und müssen zupacken können. Aber wenn man sieht, wie die harten Männer neuerdings in Frankreich ihre Fähigkeiten einsetzen, dann können einem schon Zweifel kommen, ob sie nicht den Beruf verfehlt haben.

Die geplante Entschädigungsregelung ist ungerecht: Ab nach Karlsruhe

Bei kaum einem anderen Problem der deutschen Einheit hat die Bundesregierung so versagt wie in der Eigentumsfrage. Sie hat gegen alle Bedenken den Grundsatz „Rückgabe vor Entschädigung“ durchgeboxt und damit das größte Aufschwungshemmnis in den neuen Bundesländern geschaffen.

Bonner Kulisse

Der Vielflieger-Bonus, den die Deutsche Lufthansa mit ihrem System "miles and more" dem Jet-set anbietet, dürfte der Bundestagspräsidentin Rita Süßmuth noch einiges Kopfzerbrechen bereiten.

Schulden: Großzügig

Viele Bankkunden kennen das Gefühl: Je mehr Schulden man hat, desto netter wird man behandelt. Tröstlich, daß diese Regel auch im internationalen Bankgeschäft gilt.

Nach dem radikalen Umbau des Vorstands wird jetzt der ganze Konzern umgekrempelt: Krieg den Kosten

José Ignacio López de Arriortua – allein dieser Name steht schon für ein volles Programm. Aber der Spanier López mit dem schon legendären Kostenkiller-Image ist nur Teil einer Veranstaltung, die in der Geschichte der deutschen Industrie so bisher nicht vorkam: Auf einen Schlag hat der neue Volkswagen-Chef Ferdinand Piëch, der selbst erst am Jahresanfang im Wolfsburger Hauptquartier des größten europäischen Autoherstellers antrat, fast die gesamte alte Vorstandsriege gekippt, degradiert oder umbesetzt.

Atomstreit

Neue Atommeiler werden in der Bundesrepublik derzeit nicht gebraucht. Sie könnten aber auch kaum gebaut werden, weil es in der Bevölkerung sowie bei den Grünen und der SPD erhebliche Bedenken und Widerstände gibt.

Zurück auf den Teppich

In der Münchner BMW-Zentrale nimmt man die Umfrage "als weiteren kleinen Erfolg mit verhaltener Freude zur Kenntnis"; Daimler-Benz hält sie aufgrund der geringen Zahl der Befragten "nicht für so aussagekräftig".

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