Fischer, die den Wellen trotzen wollen, brauchen wohl starke Arme und müssen zupacken können. Aber wenn man sieht, wie die harten Männer neuerdings in Frankreich ihre Fähigkeiten einsetzen, dann können einem schon Zweifel kommen, ob sie nicht den Beruf verfehlt haben. Brutal schlagen sie alles kurz und klein, legen Brände, verderben Nahrungsmittel, liefern sich Straßenschlachten – und fühlen sich auch noch im Recht. Denn es kann ja nicht angehen, daß Fisch und anderes Meeresgetier aus Afrika, Osteuropa oder sonstwoher billiger sind als die eigene Ware. Das kann doch nur Dumping sein.

Da liegen die starken Männer aber ziemlich falsch. Nicht Dumping ist das Problem, sondern Protektionismus. In den europäischen Fanggründen ist nicht mehr allzuviel zu holen, und die Kollegen in Rußland oder im Senegal arbeiten eben billiger. Weil die Atlantikfischer daran nichts ändern können, verwüsten sie Markthallen und ernten dafür auch noch Verständnis. Wenn das so weitergeht, wird im Binnenmarkt die Konkurrenz bald mit Fäusten, Äxten und Brandsätzen ausgetragen. So etwa müßte man sich die Festung Europa im Mittelalter vorstellen. smi