Zu unserem Interview mit Günther Jauch, "Tod - live aus Sarajevo", schickt uns Ellhard Behrends aus Ganderkesee folgendes Zitat von Karl Kraus, das am 9. Oktober 1917 in der "Da lag einer, dem das Gehirn herausquoll. Er atmete noch und sein Kopf beugte sich zum Sterben. Es war ein Genrebild. Einer, der es sah, nahm schnell seinen Apparat und knipste. Jener aber schlug den letzten Blick auf ihn, und es war, als ob er für diesen Moment bewußt würde und nun aus der versinkenden Welt solche Zeugenschaft hinübernehmen sollte. Von dort aber nahm er die ewige Verdammnis und brannte sie in diesen Rest von Leben unter ihm, der vor ihm stand und ein Apparat war. Der Blick schien endlos in Verachtung "

Kennen Sie diesen Moment? Sie wollen ein Buch kaufen. Sie haben den Titel, den Namen des Autors, den Verlag. Der Verkäufer tippt alles in den Computer ein, beide starren Sie auf den Bildschirm und . Dann wird Ihnen mitgeteilt, daß es dieses Buch nicht mehr gibt. Es sei ausverkauft. Der Verlag habe beschlossen, es nicht mehr aufzulegen. "Das darf doch nicht wahr sein", sagen Sie und nehmen den Verkäufer bei den Schultern. Der Verkäufer kann gar nichts machen, dennoch will er Trost spenden, sich kümmern. Er empfiehlt ein ganz neues Buch. Ein ganz anderes Buch. Frisch auf dem Markt. Die Kümtel: "Von Männern, die Frauen retten wollen". Das andere Buch hieß ganz anders. Immerhin, es ist derselbe Verlag. Was drinsteht? Daß unglückliche Frösche von Frauen in strahlende Prinzen verwandelt werden wollen, und daß dieser Wunsch, wiewohl sich beide nach Kräften bemühen, einfach nicht in Erfüllung gehen will. Und warum? "Ein Mann gibt vor, all die Eigenschaften zu besitzen, die ihm seiner Meinung nach fehlen, um so die Belohnung der Frau zu verdienen Dieser Kümmerer, hat der Autor herausgefunden, tritt in drei Verkleidungen auf. Als Verehrer, der Frauen vergöttert, als Erzieher, der Frauen leiten will, und als Lanzelot, der Frauen beeindrucken muß. Greifen wir uns den Erzieher heraus. Was macht er im Bett? "Vor, während und nach dem Geschlechtsverkehr" betont er immer wieder, daß er "ihr etwas Neues zeigen, etwas beibringen" wolle "Nächstes Mal "