Warum, in aller Welt, gehen die dümmsten Revolten von Studenten aus?

Eine dieser tiefen kleinen Weisheiten von Johannes Gross im „FAZ-Magazin“ – bitte schnell nach Peking faxen!

Rosen für Pralipe

In München regnete es, wie dpa uns mitteilt, Rosen. Und zwar nach einer „Rosenschlacht der Liebe“, zum Schluß von André Hellers Zigeuner-Revue „Magneten“. Die ging so: „Am Anfang“, erzählt eine Stimme aus dem Off, „kamen die Roma vor mehr als tausend Jahren von Indien und zogen in die Welt.“ Und am Ende standen sie auf der Bühne des Deutschen Theaters in der „Hauptstadt der Bewegung“ und wurden gefeiert. Für Flamenco und Kaffeehausmusik. Jubel, jubel, jubel! Spiel, Zigan, spiel! – Ein klein wenig überraschender machen die Schauspieler des Roma-Theaters Pralipe aus Skopje in Mazedonien seit zwanzig Jahren, was Roma noch nie gemacht haben: Sie spielen Theater in ihrer eigenen Sprache, sog. Welttheater: Lorca, Shakespeare, Sophokles ..., seit über zwei Jahren am Mülheimer Theater an der Ruhr (siehe ZEIT Nr. 49/92). „Alle Stücke werden mit großer ästhetischer Konsequenz in ein Theater der Bilder und Zeichen übersetzt. Die Aufführungen gewinnen archaische Kraft und eine eigenartige poetische Schönheit in einer genauen Choreographie der formalisierten Gesten“, schrieb die Jury des Verbandes der deutschen Kritiker e.V. Und das stimmt! Die Jury verleiht dem Roma-Theater Pralipe den Kritikerpreis des Jahres 1992 für Theater. Wir gratulieren.

Sternpillen

Eckart Witzigmann kokst und Günther Jansen fährt nachts bei der Kreissparkasse Eutin vorbei und holt sich Hunderter für seine gefräßige Schublade und in Poona haben sie einen neuen Guru (Achtung, Jungreporter! Chance zur Einkehr, Kisch-Preis garantiert!) und Österreich will den Pistenwildsäuen das Saufen verbieten und die Pille erleichtert den Seitensprung. Wie oder was? Die Pille? Welche Pille? Doch, doch, steht so im letzten stern, in der wie immer epochemachenden Titelgeschichte „Wie lang die Liebe hält“. Noch mal ganz langsam. „Das Band der Ehe ist lockerer geworden. Mehr Frauen sind ökonomisch unabhängig. Auch die Pille erleichtert den Seitensprung.“ Warum hat uns hier noch niemand von dieser neuartigen Sprunghilfe erzählt? Der stern, so kennen und lieben wir das alte Schlachtroß, hat hier bestimmt wieder mit zitternden Nüstern recherchiert, im Ehe- und außerehelichen Bett, in Sauna und Strandkorb, von den Alpen bis zur Nordsee sind die kühnen Reporter in manches verschwiegene Hotel eingedrungen und auch nicht vor Umfragen in der eigenen Redaktion zurückgeschreckt. Ob da jemand diese Pille hat? Was steckt dahinter? Wer treibt hier sein zynisches Spiel? Ist der Springer-IM Reiner Pfeiffer wieder tätig geworden? Muß, fragen wir uns, muß etwa, und wir beben in kollegialem Neid, muß am Ende die Pharmazie-Geschichte umgeschrieben werden? Eine Pille, hm, soso, was es heute alles gibt! Höchst rätselhaft.