Wanderfalken im Aufwind

Die Population des in den siebziger Jahren akut vom Aussterben bedrohten Wanderfalken scheint sich zumindest in Bayern wieder zu erholen. Allein im Fränkischen Jura brachten sieben Brutpaare im vergangenen Jahr 21 Jungvögel durch, berichtet der Landesbund für Vogelschutz in Bayern. Die starken Bestandseinbrüche vor zwanzig Jahren führen die Naturschützer vor allem auf Umweltgifte zurück, die über die Nahrung der Eltern in die Eier gelangten. Diese Belastung wird geringer, nun jedoch machen Kletterer und professionelle Diebe den Wanderfalken zu schaffen. Die Freizeitsportler stören die Vögel bei der Brut in den ansonsten unzugänglichen Felsen. Die Gauner dagegen nehmen Eier oder Jungvögel mit und verkaufen sie zu Höchstpreisen, unter anderem an arabische Falkner. Ehrenamtliche Mitglieder bewachen deshalb die Horste der Tiere rund um die Uhr – und sehen die Bruterfolge mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Denn natürlich freuen sie sich über das Ergebnis ihrer Aktion, andererseits müssen sie bei steigender Population auch mehr Zeit für die Bewachung zusätzlicher Horste aufbringen.

Wildblumen für alle!

Mit einem dichten Netz von Wildblumenwiesen will die Zeitschrift kosmos Deutschland überziehen. Denn immerhin bedecken Gärten und Rasenflächen mehr Fläche als alle deutschen Naturschutzgebiete zusammen. Doch wo der Rasenmäher herrscht und das Ideal des englischen Gartens gepflegt wird, finden viele Tiere keine Lebensgrundlage mehr. Darum gibt es bei kosmos (Postfach 106012, 7000 Stuttgart 10) Samenpakete mit Thymian, Baldrian oder dem Kleinen Klappertopf. Subversiv denkende Naturen können damit auch ödeste Grünflächen (Golfplätze etc.) in anarchischen Wildwuchs verwandeln.