Potz Blitz, eine Kugel

Kugelblitze sind ein ebenso kurioses wie schwer erklärbares Phänomen. Minutenlang wandern sie in Zimmern umher, durchqueren feste Hindernisse und lösen sich schließlich, mit oder ohne Knall, in nichts auf. Den bisherigen Theorien hat nun David Turner von der University of Bristol eine weitere hinzugefügt. Nach seiner Ansicht besitzen Kugelblitze einen Kern aus heißem ionisiertem Plasma, der von mehreren Kugelschalen umschlossen wird. In diesen laufen jeweils unterschiedliche Reaktionen ab. In den äußeren Schalen bilden sich etwa aus Luft-Sauerstoff und Stickstoff Nitrationen, an denen Wasser kondensiert. Gasmoleküle aus der Umgebung strömen nach und erzeugen dadurch einen Druck, der den Gegendruck des Plasmakerns kompensiert. Außerdem verleiht das kondensierte Wasser der gesamten Kugel ein Gewicht, das ihrem Auftrieb entgegenwirkt; ein Kugelblitz kann daher am Boden entlangrollen. Fachleute halten die Theorie zwar für besser als alle bisherigen, aber dennoch für unvollständig, da sie nicht alle Phänomene eines Kugelblitzes erklären könne (New Scientist vom 20. März, S. 18).

Heizung für das Fischblut

Auch Fische müssen Energie sparen. Schwertfische zum Beispiel halten nur ihr Gehirn auf einer konstanten Temperatur (National Geographie Magazine, Bd. 183, Heft 3, Geographica). Der Rest des Tieres ist dagegen so warm wie die eher kühle Umgebung. Die Energie für das Heizen des Gehirns liefern zwei kräftige Muskeln über den Augen. Für den Schwertfisch erweist sich die Einzelheizung als cleverer Überlebenstrick. Zum einen kann er in verschiedenen Meerestiefen bei hohen und niedrigen Wassertemperaturen jagen, ohne daß sein empfindliches Gehirn Schaden nimmt. Gleichzeitig nutzt er Heizenergie lediglich für einen Bruchteil seines ganzen, bisweilen mehr als vier Meter langen Körpers.