Das Fouine, das lustvolle Herumstöbern der Brüsseler auf den zahlreichen Märkten der Stadt, gehört zu den freudvollen Beschäftigungen, denen die Besucher der belgischen Metropole nachgehen. Und das sogar am Sonntagmorgen. Wie keine andere europäische Stadt kennt Brüssel eine Vielfalt an Sonntagsmärkten.

Das Stadtreisebuch Brüssel (VSA Verlag, Hamburg 1991; 24,80 DM) widmet den Märkten viel Raum. Es ist aber auch eine Fundgrube für alle, die mehr über die Stadt auf den sieben Hügeln wissen wollen. Eine vergnügliche Lektüre, angefüllt mit kleinen Anekdoten und interessant vor allem für diejenigen, in deren Kopf Brüssel nur als die Stadt undurchschaubarer EG-Beschlüsse und herumwieselnder Lobbyisten existiert.

Der Autor weiß schöne Geschichten über die Bauwut von König Leopold zu erzählen, kenntnisreich führt er durch die Viertel und Gassen der tausendjährigen Stadt. Der Text liest sich kurzweilig, streckenweise gar amüsant. Gewissenhaft wurden Daten und Fakten zusammengetragen; die schwarzweiße Bebilderung ist bemerkenswert, das Kartenmaterial allerdings unübersichtlich, mangelhaft das Orts- und Sachregister.

Als sinnvolle Ergänzung empfehlen sich da der Merian-Band Super reisen Belgien (96 Seiten, 9,80 DM) oder jene Informationshefte, die das Tourismusbüro der Stadt herausgibt. sw