DIE ZEIT

Ein deutscher Gegen-Vater

Ein Schriftsteller, von dessen Werken kaum eines im Bewußtsein der Öffentlichkeit gegenwärtig ist – und der doch zur deutschen Republik nach 1945 gehört wie Heinrich Böll.

Geputzt

Kaum wettert der Kanzler gegen den Mißbrauch des sozialen Netzes, kaum beschließen die Sponsoren des Solidarpaktes, den Ausbeutern unserer Versicherungsgesellschaft auf Gegenseitigkeit das Handwerk zu legen – da kommt auch schon der erste Sünder ans Tageslicht: Bundesverkehrsminister Krause (siehe auch Seite 2).

Zeitspiegel

Es war bekanntlich ein zähes Ringen, aber schließlich haben es die Eidgenossen geschafft, wieder – zum zweiten Mal schon! – eine Frau in der Regierung zu haben.

Worte der Woche

„Die Rede des Präsidenten an die Bürger Rußlands erweist sich als Versuch, eine autoritäre Diktatur zu errichten. Heute verwandelt sich Rußland in ein rückständiges, abhängiges Land mit einem gedemütigten und ausgeraubten Volk.

Frankreich nach einer Wahl im Zorn: Sperriger Partner

Frankreich wird künftig rechts regiert. Doch welcher Gaullist wird nach der Stichwahl am kommenden Sonntag Premierminister Wer-– den? Jacques Chirac, der sprunghafte Chef der stärksten Partei – oder Edouard Balladur, sein bedächtiger Parteifreund und ehemaliger Finanzminister? Die Entscheidung hierüber könnte für Frankreichs Partner von größerem Gewicht sein als für François Mitterrand.

Lateinamerika hat sich wirtschaftlich erholt. Doch soziales Elend gefährdet Demokratie und Stabilität: Dem Wohlstand fehlt die Würde

Die Bürger klagen, die Banker jubeln. Endlich, so schwärmt Michel Camdessus, endlich sei Lateinamerika nicht mehr nur das Eldorado der Zukunft: "Denn die Zukunft hat begonnen, Lateinamerika ist der Kontinent der Gegenwart!" Der Direktor des Internationalen Währungsfonds (IWF) attestiert der Region nach einem Jahrzehnt Verschuldungsagonie die wirtschaftliche Erholung.

Wolfgang Ebert: Ehrenerklärung

Zu den gegen mich in der sogenannten „Beluga-Affäre“ erhobenen a) Vorwürfen b) Beschuldigungen c) Verdächtigungen erkläre ich vor diesem a) Forum b) Ausschuß c) Gericht, daß ich am a) 14.

Bonner Bühne: Im Hamsterrad

Zwei Stippvisiten in Goethe-Instituten, zweimal ein ähnliches Echo: „Das sind doch peanuts, was bei Ihnen in Bonn geschieht, gemessen an den Affären unserer Politiker.

Die graue Revolution

Darauf hatten viele gewartet: Da kommt ein Alter und zeigt den Jungen mal, wo’s langgeht. Mario Adorf als der große Bellheim.

Reiche Rentner

Früher mußten die Kinder ihre alt gewordenen Eltern durchfüttern – heute ist es umgekehrt. Viele junge Familien kommen ohne den Zuschuß von Oma und Opa kaum noch aus.

Druck ohne Demo

Die Zentrale der grauen Eminenzen steht in der E Street, Ecke sechste Straße, Washington D.C. Eine strategisch günstige Position – genau zwischen dem Kongreßgebäude und dem Weißen Haus.

2. FOLGE: Wunder dauern länger

Lothar Späth ist zufrieden. "Es läuft ganz gut", sagt er mit ungewohnt leiser Stimme, ganz so, als wolle er sein Glück nicht allzusehr beschwören.

Aus dem Schneider

Die Finanzpolitik liegt im argen, die Staatsschulden laufen aus dem Ruder, und mit dem Subventionsabbau ist es auch nicht weit her.

Bonner Kulisse

Rapide verschlechtert hat sich das Verhältnis zwischen Bundeskanzler Helmut Kohl und Tyll Necker, dem Präsidenten des Bundesverbandes der Deutschen Industrie.

Renten: Kurzsichtig

Ist der Ruf erst ruiniert, kassiert es sich ganz ungeniert. Nicht nur die Autofahrer müssen künftig mehr blechen. Auch die Beiträge zur Rentenversicherung steigen im kommenden Jahr kräftig – quasi als Vorgeschmack auf den Solidarzuschlag, der dann von 1995 an fällig wird.

Nur zaghaft senkt der Zentralbankrat die Zinsen: Trippelschritte

Der Zentralbankrat sorgt für Wechselbäder. Zwar hat das oberste Gremium der Deutschen Bundesbank in der vergangenen Woche nochmals die Zinsen gesenkt und damit die Hoffnung all jener genährt, die in einer Politik des "billigen Geldes" einen wichtigen Beitrag zur Lösung der wirtschaftlichen Probleme hierzulande wie auch bei unseren europäischen Nachbarn sehen.

Rudolf Engen: Gebrauchtwagentest

Immer wenn die Bundesregierung bei der Europäischen Management- und Marketing-Agentur (EMMA) dringend Ideen anfordert, um die deutsche Wirtschaft aus der Rezession zu fahren, empfiehlt Kollege M.

Energieversorgung: In einem Musterverfahren will das Bundeskartellamt die Monopolverträge knacken: Falsch geschaltet

Sosehr die Meinungen der Kontrahenten über die Rechtslage auch auseinandergehen – in einem Punkt sind sie sich einig: Das wird ein Fall für den Europäischen Gerichtshof, Die Rede ist von einer Attacke des Bundeskartellamts auf eine seiner Meinung nach „Wettbewerbsbehindernde Vereinbarung“ zwischen der RWE Energie AG und der niederrheinischen Stadt Kleve, die dem RWE ein Monopol auf die Versorgung der Stromverbraucher im Stadtgebiet sichert.

Autoseller: Ein einsamer Golf

Der Golf läuft und läuft, aber bei den Autoverkäufern mehren sich die langen Gesichter. Im Januar und Februar rollten 26,2 Prozent weniger Neuwagen erstmals auf die deutschen Straßen als in den beiden Monaten 1992.

Markt-Report: Störfaktor Moskau

Die Ereignisse in Moskau haben den Anstieg der deutschen Aktienkurse zunächst einmal beendet. Der Deutsche Aktienindex (Dax), der in der Vorwoche noch oberhalb von 1700 operiert hatte, ging am Wochenbeginn um etwa fünfzig Punkte zurück.

Manager und Märkte

Bosch: Die schwäbische Gemütlichkeit ist vorbei Müller-Milch: Ärger mit englischem Nachbarn Führungsstil: Autoritäre Manager sind wieder gefragt

+ Weitere Artikel anzeigen