Früher mußten die Kinder ihre alt gewordenen Eltern durchfüttern – heute ist es umgekehrt. Viele junge Familien kommen ohne den Zuschuß von Oma und Opa kaum noch aus. Die Großeltern bezahlen die Kleidung für ihre Enkel, geben das Taschengeld für den Urlaub oder bürgen für den Wohnungskredit. Und sie können es sich leisten: Noch nie ging es den Alten so gut wie heute – zumindest in Westdeutschland.

Rentner und Pensionäre haben heute im Durchschnitt doppelt soviel auf der hohen Kante wie Berufstätige. Bis zur Jahrtausendwende wird ein Viertel des gesamten Geldvermögens (6 Billionen Mark) und des Grundvermögens (Wert: 4,6 Billionen Mark) den über 65jährigen gehören.

Armut hat schon längst nichts mehr mit Alter zu tun. Während sich die Zahl der Sozialhilfeempfänger in der alten Bundesrepublik seit 1973 verdreifacht hat, ist sie unter den Ruheständlern stark zurückgegangen. Nur noch 1,5 Prozent von ihnen beziehen Sozialhilfe.

Allerdings profitieren längst nicht alle vom Trend zum Altersreichtum. Viele Senioren sind zwar Mehrfachverdiener; zur eigenen Versicherungsrente oder Pension gesellen sich Witwenrente, Betriebsrente, Zinseinnahmen, ausgezahlte Lebensversicherungen, Mieterträge und anderes. Aber die Zusatzeinnahmen kommen meist nur jenen zugute, die sowieso schon recht hohe Renten haben. Jeder zweite wird auch in Zukunft ausschließlich auf eine Rente oder Pension angewiesen sein.

Besonders schlecht geht es alleinstehenden Frauen. Eine weitere Problemgruppe sind die älteren Menschen in Ostdeutschland. per