Männer getestet

Einfühlsame Journalisten, die sich ohne Scheu in ihre Arbeit einbringen, sind die Zierde ihres Berufs. Eine von ihnen ist Sonja Berger. Für den „Test: Sado-Männer“ in der April-Ausgabe der Marie Claire stürzt sie sich mit Leib und Seele in die Recherche. Züchtig, aber selbstbewußt verrät die Herren-Testerin zu Beginn, „einem willensstarken Mann vollkommen ausgeliefert zu sein, finde ich äußerst erregend“. Mit einer Kleinanzeige schafft sich die „ergebene Sklavin“ ihre Meister heran.

Manche Enttäuschung muß sie durchleiden. „Ein Student mit sehr weißen, knorpeligen Füßen schickt mir Nacktfotos.“ Nein, „vollkommenes Objekt der Lust“ eines Hänflings kann Sonja nicht sein. Besser ein Professor, der sich als Fachmann für flagellantische Gelüste zu erkennen gibt. Aber zur heißen Testphase kommt es nicht. Der Mann ist zu nett: Einer, „der so denkt, ist nicht gemein mit den Frauen“, resigniert Sonja Berger. Die Leser dürfen schon fürchten, es werde nichts mehr mit dem „uralten Ritual der weiblichen Unterwerfung“.

Aber endlich trifft Sonja ihren Meister: Bernd, 36, „wirkt ungemein männlich auf mich“. Stracks hat der grausame Mann, bei dem „Sex die Schärfe eines geschliffenen Messers erreicht“, die engagierte Journalistin in seine Zweitwohnung geführt, sie gefesselt und maskiert. „Wie bei einer Stute“ hat er dann „mit dem Lederhalsband die Zügel übernommen“. Aber nach dieser kleinen „Kostprobe seines Könnens“ entflieht sie verwirrt. Wieso schon jetzt? Das ist ja, als wenn der Tester von Auto-Bild sich mit dem Porsche nicht auf die Autobahn traut. Liebe Sonja, hab Mut! Fortsetzung muß folgen.

Rache gefragt

Am 18. März deckte die Frankfurter Allgemeine Zeitung Rechtsbrüche bei Hoechst auf. Durch Eindringen von Greenpeace-Aktivisten in das Werk sei der Rechtsstaat gefährdet. Das sei „schwerer Hausfriedensbruch – unabhängig davon, ob die Firmenleitung Anzeige erstattet“. Bloß, wer rächt die Straftat? Die FAZ meint, die Spender müssen den „Größenwahn“ des Vereins stoppen. Unser Vorschlag: Mit dem Geld können sie Hoechst ja neue Kessel spendieren.

Können bewiesen