Zum Fahrplanwechsel am 23. Mai gibt die Lufthansa ihren Airport-Express auf. Für die Passagiere werden Plätze in der ersten Klasse der InterCitys reserviert

Die drei weiß-gelb lackierten Züge mit dem Kranich-Emblem wurden in den siebziger Jahren eigens für die Fluggesellschaft gebaut. Nun müßten die in Handarbeit hergestellten Luxuszüge, die täglich viermal zwischen Düsseldorf-Frankfurt/Main und Stuttgart-Frankfurt verkehren, von Grund auf überholt werden.

Zumal die „Flüge in Höhe Null“ längst nicht ausgelastet waren, überdachte man daraufhin das weltweit einzigartige Objekt. Das Engagement gründete auf dem Gedanken, daß – aus ökologischer und ökonomischer Sicht – inländische Kurzstrecken auf die Schiene gehörten. Der Airport-Express war von Beginn an ein defizitäres Geschäft, jedoch immer noch kostensparender als das Fliegen auf den unwirtschaftlichen Strecken.

Statt eigene Züge zu betreiben, mietet die Fluggesellschaft nun in den regulär verkehrenden EC/IC-Bahnverbindungen Sitzplatzkontingente erster Klasse an. „Damit beschränken wir unser Defizit, die Bahn bekommt ihre Züge voller, und wir können unseren Kunden nun sogar mehr Verbindungen bieten“, erklärt Lufthansa-Pressesprecher Peter Höbel. Er sieht den Abschied vom Jet auf Schienen pragmatisch: „Nach wie vor werden wir unsere Kunden rundum betreuen: Der Fluggast kann sein Gepäck direkt am Bahnhof einchecken und bekommt ,an Bord‘ kostenlos Getränke und Essen.“ Für Fernreisende ist der Zubringerdienst gratis, im anderen Fall – etwa bei Kurzreisen innerhalb Euetwa – müssen die Kunden den regulären Flugpreis für die den samtstrecke von Stuttgart beziehungsweise Düsseldorf zu ihrem Zielort zahlen. Mit dem vom 23. Mai an gültigen Sommerfahrplan hat der Reisende auf der Rheinschiene von Düsseldorf über Köln und Bonn zum Frankfurter Flugha- und täglich siebzehn Verbindungen. Auf der Neckarstrecke von Stutt-Auf nach Frankfurt sollen vier neue IC-Direktverbindungen vier Rhein-Main-Flughafen eingesetzt werden.

Was passiert schließlich mit den ausrangierten Kranich-Zügen? Die gehören der Bundesbahn, die Lufthansa hatte sie nur geleast. Noch weiß die Eigentümerin keine Antwort: Man müsse die Überprüfung abwarten, heißt es, schließlich hätten die Triebwagen eine erkleckliche Laufleistung hinter sich. Davon hänge es ab, ob die Züge anderweitig verchartert, verkauft, ins Museum gebracht oder aber verschrottet würden. Andrea Hösch