Mai 1871: Der Paragraph 218 wird im Reichsstrafgesetzbuch festgeschrieben: „Eine Schwangere, welche vorsätzlich abtreibt oder im Mutterleib tödtet, wird mit Zuchthaus bis zu 5 Jahren bestraft...“

Weimarer Republik: Im Kampf gegen den „Klassenparagraphen“ fordern Sozialdemokraten und Kommunisten die Fristenlösung beziehungsweise Streichung des Paragraphen 218. Vermutlich eine Million illegale Abtreibungen bei Arbeiterfrauen, dabei Zehntausende von toten Frauen pro Jahr; verurteilt werden nur arme Frauen.

1926: Abtreibung wird vom Verbrechen zum Vergehen Gefängnis statt Zuchthaus.

1927: Die medizinische Indikation wird legal.

1933/35: Die Nationalsozialisten verbieten und erzwingen die Abtreibung. Zur Zwangssterilisation zur Verhütung von „erbkrankem Nachwuchs“ kommt medizinische und eugenische Indikation.

1943: Zuchthausstrafe für Abbrecherinnen und Todesstrafe für „Täter, die die Lebenskraft des deutschen Volkes fortgesetzt beeinträchtigen“. Gleichzeitig: massenhafte Zwangsabtreibungen bei osteuropäischen Frauen.

1945: Abtreibung nach Vergewaltigung durch sowjetische Soldaten wird „gewährt“.