Ökologisches Roulette

Mit ihrem Kielwasser verschleppen Hochseeschiffe Meerestiere in die entlegensten Gewässer der Welt. Ein einziges Schiff pumpte kürzlich 367 Tierarten japanischer Herkunft aus seinem Rumpf vor die Küste des US-Staates Oregon. Der Sog der Schiffspumpen zwingt im Wasser treibendes Plankton und vielerlei andere Organismen zum Hochseetourismus. Zum Beispiel die europäische Strandkrabbe, deren Larve sich von Plankton ernährt: Vor acht Jahren eroberte sie die Bucht von San Francisco. Wegen der ungewissen Folgen für das ökologische Gleichgewicht der Küstengewässer bezeichnen Forscher den interozeanischen Austausch von Tierarten als ökologisches Roulette.

Öl satt

Heute sind mehr als eineinhalbmal so viele Ölreserven bekannt wie 1975. Die Förderung nahm im gleichen Zeitraum dagegen nur um 17 Prozent zu. Die entdeckten Reserven sind demnach dreimal so schnell gewachsen wie der Verbrauch. Bei der Berechnung berücksichtigte die Esso AG, die diese Zahlen veröffentlichte, nur die Ölvorkommen, die sich mit bereits entwickelter Technik bei heutigen Preisen wirtschaftlich fördern lassen. Bei gleichbleibendem Jahresverbrauch würden die Ölquellen noch über 42 Jahre sprudeln, ohne daß dazu neue Bohrtürme installiert oder Ölplattformen verankert werden müßten. Die zu erwartenden Fortschritte in der Fördertechnik dürften nach Ansicht des Mineralölkonzerns sogar noch mehrere hundert Jahre lang für genug Öl sorgen.

Kaltes Recycling

Alte Autoreifen wiederzuverwerten ist nicht einfach. Denn sie bestehen aus verschiedenen Materialien: Gummi, Stahl und Textilien. Ein neues Verfahren, das die Stoffe zum Recycling voneinander trennt, hat nun die schwedische Firma Aga vorgestellt. Ein Shredder zerkleinert die abgefahrenen Reifen zunächst in etwa fünf Zentimeter große Chips. Die Stücke werden dann auf – 80 °C abgekühlt. Der Gummi wird dadurch spröde, und eine Hammermühle kann die Chips in Körner mit einem Durchmesser von weniger als einem halben Zentimeter zerschlagen. Filter trennen schließlich Stahl, Gummi und Textilien voneinander.