Es gibt Tage, da steht man meterweit neben sich. Es gibt andere Tage, da stehen ganze Gebäude meterweit neben sich. Diese Tage werden kommen, zum Beispiel für das alte Grandhotel „Esplanade“ am Potsdamer Platz (Hauptstadt, Mitte links).

Kleine Planungspanne nämlich, überraschend wie plötzliche Theaterschließung. Kleine Verbindungs Straße im alten Kaisersaal geplant, wo einst der Kaiser selbst verbürgtermaßen... Später Greta Garbo ... Was tun? Verbindungsstraße muß unbedingt 52 Meter breit sein und läßt sich nicht wieder wegradieren. „Esplanade“ muß aber unbedingt erhalten bleiben, laut Vertrag mit Fa. Sony. Die Lösung: Der ganze Kaisersaal weggetreten, fünfzig Meter nach Westen. Wird originalgetreu wieder aufgebaut.

Und dann vielleicht eine kleine Gedenktafel an den Kantstein der Verbindungsstraße nageln: Hier hat der Kaiser selbst verbürgtermaßen ... das Originalinterieur finden Sie da drüben. Na ja, fast original...

Uns fallen gleich noch ein paar Lösungen für alle möglichen Planungspannen ein. Zum Beispiel: das ganze Resthotel „Esplanade“ hundert Meter nach Westen und an seiner Stelle das Berliner Stadtschloß wieder aufbauen (Verbindungsstraße als Tunnel drunter durch). Oder: das Stadtschloß auf dem Marx-Engels-Platz nicht wieder aufbauen, statt dessen das „Esplanade“ dorthin versetzen.

Oder: ganz Groß-Berlin fünfzig Meter nach Westen versetzen (weg von Polen) und auf dem frei werdenden Platz alle möglichen alten Gebäude originalgetreu wiederaufbauen und mit vielen 52 Meter breiten Verbindungsstraßen untertunneln. Gleichzeitig den Kölner Dom vom störenden Bahnhof Richtung Zülpicher Straße auf die Uniwiesen versetzen (auf dem erweiterten Bahnhof kleine Gedenktafel am Wagenstandsanzeiger von Gleis 17 b).

Oder: die ganzen ehemaligen deutschen Ostgebiete paar hundert Kilometer nach Westen versetzen und ... oh, Entschuldigung. Frivoler Unsinn das. Kaiser hat schon abgewunken. Aber wir stehen heute einfach neben uns. Genau fünfzig Meter, falls Sie nachmessen möchten. Es gibt so Tage, wirklich.

Finis