Saubere Galvanik

Die weltweit erste Galvanik-Anlage, die keine giftigen Abfallstoffe produziert, arbeitet seit kurzem in Dresden. Andere Fabriken, die mittels herkömmlicher Techniken Oberflächen mit dünnen Metallschichten veredeln, produzieren allein in Deutschland jährlich 200 000 Tonnen Galvanik-Schlamm und riesige Mengen mit Zyanid und Schwermetallen belasteter Abwässer. Die siebeneinhalb Millionen Mark teure Anlage in Dresden, die das Bonner Ministerium für Forschung und Technologie zu sechzig Prozent finanziert hat, vermeidet den Dreck gleich mit mehreren Methoden: Schwermetalle wie Nickel und Chrom gewinnt ein elektrisches Verfahren zurück; hohe Temperaturen sorgen dafür, daß Zyanide sich zersetzen; Spülwasser wird nur sparsam eingesetzt und nach einer Aufarbeitung wiederverwendet.

Das Verfahren beruht in wesentlichen Teilen auf Entwicklungen aus der ehemaligen DDR. Derzeit soll eine Testphase klären, ob es sich in der Praxis bewährt.

Brav die Hände waschen – und dann?

Welche Methode zum Trocknen der Hände in öffentlichen Toiletten belastet die Umwelt am wenigsten? Die Antwort, die das Berliner Umweltbundesamt nach Analyse von Gutachten und eigener Recherche formuliert, erinnert an ein klassisches Orakel: Es sei weitgehend egal, wie man die Finger wieder trocken bekommt. Der Grund für diese sibyllinische Aussage, die keine konkreten Empfehlungen gibt: Ob Warmluftgebläse, Papiertuchspender oder Baumwolltuchrollen, alles ist umweltschädlich – nur auf verschiedene Weise. Der Stromverbrauch des Gebläses, die Wasserbelastung beim Waschen der Stofftücher und beim Recycling des Papiers und die Energiekosten des Transports der Tücher lassen sich ähnlich gut miteinander vergleichen wie Äpfel mit Birnen. Einzig Handtuchspendern mit blütenweißem Papier auf Zellstoffbasis zeigt die Berliner Behörde die rote Karte. Am schonendsten für die Umwelt wäre es jedoch zweifellos, das Wasser von den Händen zu schütteln und sie anschließend an der Hose abzutrocknen.