Der Hunger wächst

Düstere Aussichten für die Zukunft prognostiziert das Worldwatch Institute: Die Weltbevölkerung wachse schon seit einigen Jahren schneller als die Produktion von Nahrungsmitteln. In seinem Buch „Vital Signs 1993: The Trends That Are Shaping Our Future“, das in diesen Tagen erscheint, veröffentlicht das Washingtoner Institut beängstigende Zahlen: Während die Getreideernte pro Kopf von 1950 bis 1984 um vierzig Prozent stieg, fiel sie in den letzten acht Jahren um acht Prozent. Die Anbaufläche pro Kopf schrumpfte in diesem Zeitraum ebenfalls. Als Grund dafür nennen die Autoren der Studie Mangel an frischem Wasser. Neue Technik, die den Ertrag wieder steigern könnte, sei nicht zu erwarten. Auch die Fleischproduktion ging zurück. Zwar wuchs sie bis 1989 noch schneller als die Bevölkerung, doch seitdem sinkt der durchschnittliche Verbrauch pro Erdenbürger. Der Fischfang auf den Weltmeeren verspricht keine Rettung: Die Versorgung mit Nahrung aus den Ozeanen ging in den letzten drei Jahren um sieben Prozent pro Kopf zurück.

Astronomische Sparpläne

Auch Astronomen müssen sparen. Da neue Riesenfernrohre immer teurer, die finanziellen Mittel jedoch immer knapper werden, beginnen die Himmelsforscher nun damit, alte Instrumente zu entmotten. So hat die Sternwarte auf dem Mount Wilson in Kalifornien gerade ein historisches Zweieinhalb-Meter-Spiegelteleskop wieder in Betrieb genommen (New Scientist, Band 1881, Seite 11). Das Fernrohr stammt aus dem Jahre 1917 und diente Edwin Hubble zu seiner bahnbrechenden Entdeckungen, daß das Weltall expandiert und daß es nicht nur eine, sondern unzählige Milchstraßen gibt. Heute läßt sich das Instrument jedoch nicht mehr zur Beobachtung ferner Galaxien einsetzen. Das nahegelegene Los Angeles hellt den Himmel über dem Mount Wilson zu stark auf. Daher wollen die Astronomen mit dem Fernrohr hauptsächlich nahe, helle Sterne beobachten. Da am Mount Wilson windiges Wetter herrscht, hoffen sie mit Hilfe neuer optischer Zusatzgeräte schärfere Bilder denn je zuvor zu erhalten – und vielleicht sogar Planeten bei anderen Sternen zu entdecken.

Clevere Seelöwen

Zirkusbewohner haben Seelöwen wegen ihrer akrobatischen Kunststückchen seit jeher in ihr Herz geschlossen. In letzter Zeit versetzten sie jedoch auch Verhaltensforscher ins Staunen. Der kalifornische Biologe Ronald Schusterman etwa stellte bei ihnen eine erstaunliche Fähigkeit zu kombinieren fest (National Geographie Magazine 184, Heft 1): In zwei aufeinanderfolgenden Lektionen brachte er den gelehrigen Tieren bei, aus je drei Silhouetten einmal einen Knochen und eine Schere, das andere Mal einen Knochen und einen Schneemann zu wählen; zur Belohnung gab’s jedesmal ein Stück Fisch.

Der Test folgte in der dritten Runde: Unter drei Symbolen, von denen keines einen Knochen darstellte, sollten sich die Seelöwen, um erneut Fisch zu bekommen, für die Kombination „Schere und Schneemann“ entscheiden. In sechzehn von achtzehn Experimenten bestanden die Meeresbewohner die Prüfung. Fragt sich nur, ob ein Durchschnittsmensch den Test ähnlich erfolgreich absolvieren würde.