Skrotum“ ist ein Wort, das ich normalerweise nie verwende, außer im Zusammenhang mit „Schwäbisch“, etwa so: „Bei Schwäbisch zieht sich mir das Skrotum zusammen“, außer bei meinem Freund Hans, der das darf, weil er zwar aussieht wie Klaus Kinski, aber viel netter ist, und den ich, wenn er nicht schwäbisch spräche, nicht mehr nachäffen könnte, womit ich noch viele Abendgesellschaften bis in den frühen Morgen hinein amüsiert habe; Hansens Letztgeborener heißt nämlich, immer nobel, Pascal, und wenn der von seinem Vater angehimmelt wird, klingt das (sagen Sie mal Ihrem Schwaben, er darf wieder reinkommen und das durch * gekennzeichnete Wort mit Betonung vorlesen) so: P*A*S*C*A*L*I*N*O, und da kann man dann echt nicht meckern.

Ich war z.B. mal in Berlin (der Spiegel sagt statt z.B. gern etwa; versuchen Sie das auch mal; einmal und nie wieder, kann ich Ihnen sagen), durfte in der Wohnung eines Freundes übernachten, und als ich dem Taxifahrer Straße und Hausnummer nannte, fragte der: „Wo ischn des?“ „Woher soll ich das denn wissen, verdammtescheißenochmal“, sagte ich noch formvollendet, wurde dann aber dermaßen zugeschwäbelt – „Ja, gehet Sie do glei zur NPD!“ (dabei wollte ich da gar nicht hin) –, daß ich voller Groll nach dem Aussteigen die hintere rechte Tür offenließ, anstatt sie etwa zuzuknallen, woraufhin der Droschkenschwabe mich, was ich gehofft hatte, anherrschte: „Machet Sie kfällikscht die Türe zu, Sie Rabauge!“ Ich – natürlich immer noch ganz ruhig – sagte: „Mach du doch deine Scheißtür selber zu, du..., du..., du...“

Und dann fiel mir keine Beschimpfung ein. Null.

Nichts zu wollen.

„Mach du doch deine Scheißtür selber zu, du..., du..., du...“ Und kurz vor dem Einschlafen fiel mir dann doch noch ein würdiger Satzschluß ein. „Mach du doch deine Scheißtür selber zu, du Therapiekrüppel.“

So ein schöner Satz.

Mach du doch deine Scheißtür selber zu, du Therapiekrüppel. Da ist ja nun alles drin. „Sobald jemand seine Scheißtür nicht selber zumacht und einigermaßen aussieht wie ein Therapiekrüppel“, nahm ich mir vor, „kriegt er den Satz hingesemmelt, so wahr ich hier liege und morgen früh wieder abreise.“