Schriftsteller im Hungerstreik, Poeten, die vor den Türen ihres Verlagshauses kampieren, abmagern, Erschöpfungs- und Schwindelanfälle überstehen, um ihren Verlag zu retten. Wo es das gibt? Nicht etwa in Frankfurt bei Suhrkamp in der Lindenstraße, sondern in Priština, der Hauptstadt der südserbischen Provinz Kosovo.

Hier haben 250 Autoren und Journalisten ihren Verlag Rilindja mit Leib und Leben verteidigt, als die Belgrader Regierung den letzten albanischsprachigen Verlag im Kosovo kurzerhand schließen wollte. Vergeblich. Der zweitgrößte Verlag Exjugoslawiens, der seit 48 Jahren Weltliteratur von Eco bis Goethe für albanische Leser publizierte, existiert nicht mehr – der Hungerstreik ist zu Ende.

Seit Monaten wurde der Verlag durch Stromsperren, Polizeikontrollen und mangelnde Papierzuteilung terrorisiert, die albanische Zeitung des Verlagshauses hat man verboten, die Journalisten entlassen. Obwohl im Kosovo neunzig Prozent der Bevölkerung albanisch sprechen, sind dort von nun an nur noch serbische Bücher zu kaufen. Aus Albanern sollen Serben werden. Serbien total. Noch ein serbischer Sieg im Krieg gegen das Menschenrecht. ira