Mord/Nil (AP)

Was kündigt nun diese Überschrift an? Keinen Terroranschlag in Ägypten, gemeldet von Associated Press, sondern – von rechts nach links gelesen – eine Nachbetrachtung zu unserem Artikel „Nur du, Gudrun“ in ZEIT Nr. 27. Hanno Kühnert schrieb: „In der deutschen Sprache gibt es genügend Möglichkeiten für sinnvolle Palindrome, aber kaum Literatur. Die Wissenschaft lebt kümmerlich von einigen alten und teuren Büchern, und außerdem gilt ihr alles, was Spaß macht, als unseriös. Das einzige volkstümliche, umfassende, lehrreiche und anregende Buch über das Palindrom stammt – woher wohl? Aus der DDR.“ Nun, das kann so, obwohl nicht falsch, nicht stehenbleiben. Denn Herbert Pfeiffers Gedichtsammlung „Oh Cello voll Echo“, gerade in zweiter Auflage beim Frankfurter Insel Verlag erschienen, ist zwar kein Lehrbuch, aber sehr anregend’ und insofern umfassend, als es neben einer Vorbemerkung von Ernst Jandl und einem Essay über „Das Palindrom als Spielmittel und poetisches Verfahren“ auch den längsten deutschen Rücklauftext „Plaudere, du Alp!“ enthält: anderthalb Seiten, die, vorwärts wie rückwärts gelesen, denselben Un-Sinn ergeben. Davor und dazwischen kürzere Werke von großer Würze. Einige Kostproben:

ISS, OSSI

Ein Seetier iss,

o Ossi,

reite es nie!

NEBEN EDEN EBEN