An Regentagen bieten sie Unterhaltung und Information im Trockenen, an heißen Sommertagen garantieren sie obendrein noch Abkühlung. Nicht nur Kinder zieht es in die Schaubergwerke Österreichs.

Um Silber zu gewinnen, wurden im Mittelalter bereits ganze Berge ausgehöhlt. Schwaz in Tirol kam und kommt dabei eine besondere Rolle zu. Das vor drei Jahren museal ausgebaute Silberbergwerk spart bei der musikuntermalten Präsentation der Geschichte nicht mit dramatischen Effekten. Geöffnet von Januar bis Oktober täglich von 8.30 bis 17 Uhr. Preise: Erwachsene 120 Schilling (etwa 17 Mark), Kinder 60 Schilling (etwa 8,50 Mark).

Die Seegrotte Hinterbrühl bei Wien, mit dem größten unterirdischen See Europas, verdankt ihre Existenz dem Gipsabbau. In den weiten Hallen wird bei der Besichtigung nur kurz an die schrecklichste Zeit in der Seegrotte erinnert, als im Zweiten Weltkrieg Hitler hier hungernde Zwangsarbeiter den ersten Düsenjäger bauen ließ. Geöffnet von April bis Oktober täglich 8.30 bis 17 Uhr, November bis März 9 bis 1530 Uhr. Preise: Erwachsene 46, Kinder 23 Schilling.

Im Salzbergwerk der Keltenstadt Hallein werden die unterirdischen Gewässer plötzlich in gespenstisches Licht getaucht. Doch schnell ist den Kindern weniger zum Fürchten als zum Jauchzen zumute: Die langen steilen Salzrutschen sorgen dafür. Hallein im Salzburger Land ist nicht nur das älteste Salzbergwerk der Welt, es kann seit neuestem bei speziellen Führungen auch auf abenteuerliche Weise in seinem prähistorischen Teil besichtigt werden. Im Dürrnberg von Hallein (ebenfalls Salzburger Land) geht es unterirdisch nach Bayern, was ein Grenzbalken im Stollen bezeugt, und in Altaussee (Steiermark) wurden während des Zweiten Weltkriegs Kunstschätze im Gesamtwert von zehn Milliarden Mark gelagert. Öffnungszeiten und Preise: Hallstatt: täglich 9.30 bis 16.30 Uhr (ab 20. September bis 15 Uhr), Erwachsene 125, Kinder 60 Schilling, nach Voranmeldung vierstündige Abenteuerwanderungen unter Tage (Mindestteilnehmerzahl vier Personen, Preis: 1300 Schilling pro Person); Hallein: 1. Mai bis 17. Oktober täglich 9 bis 17 Uhr, Erwachsene 115, Kinder 55 Schilling; Altaussee: 10 Mai bis 25. September täglich außer Sonntag 10 bis 16 Uhr, Erwachsene 115, Kinder 55 Schilling; Bad Ischl: 10. Mai bis 25. September täglich 9 bis 16 Uhr (ab 1. Juli 10 bis 17 Uhr, Erwachsene 115, Kinder 55 Schilling.

Achthundert Personen faßt die Perschazeche, eine Felsenhalle im Bleiberg, die für das bekannte „Bleiberger Knappenspiel“ genutzt wird. Sie ist Teil der „Terra Mystica“, einer im stillgelegten Rudolfschacht des Kärntner Bergwerks entstandenen multimedialen Dokumentation der Entwicklung unseres Sonnensystems. Geöffnet von Sonntag vor Ostern bis Ende Oktober täglich 9 bis 17 Uhr, Preise: Erwachsene 180, Kinder 90 Schilling. Bei zwei Erwachsenen erhält ein Kind freien Eintritt. Noch wird im Bleiberg in bescheidenem Rahmen Bergbau betrieben, doch das Ende naht auch hier

Ebenso wie am steirischen Erzberg, der den Ort Eisenerz überragenden, kahlen Pyramide. Hier kann im Rahmen einer Führung (von Mai bis Oktober täglich 10 und 15 Uhr, Preise: Erwachsene 110, Kinder 55 Schilling) noch der heutige Bergbau – 550 Beschäftigte bewegen täglich 36 000 Tonnen Erz und Gestein – beobachtet werden. Zahlende Gäste zählen zu den Hoffnungsträgern dieses Gebiets. Denn heute wird nicht mehr nur Erz abgebaut, sondern auch die Zahl der Arbeiter.

Fred Fettner