Dieses Titelverzeichnis ist ein bibliographischer Tausendsassa. Knapp 10 000 Bücher, Beiträge aus Sammelbänden und Zeitschriftenaufsätze zur neueren deutschen Sozialgeschichte (18. bis 20. Jahrhundert) hat Hans-Ulrich Wehler, der Nestor der „Bielefelder Schule“, unkommentiert aufgenommen. Trotz gleichzeitiger Arbeit am dritten Band seiner vierteilig angelegten „Deutschen Gesellschaftsgeschichte“ hat er zudem das mühselige Geschäft des Auswählens und Auflistens betrieben. Geordnet nach 73 Themenfeldern, bietet dieses Nachschlagewerk gut dreimal mehr internationale Fachliteratur als die 1976 edierte Erstaus- gäbe.

Selbstverständlich werden in dieser voluminösen Bibliographie nicht nur Veröffentlichungen genannt, die dem Wehlerschen Wissenschaftskonzept (also der Analyse sozialökonomischer Strukturen und Prozesse) entsprechen; vielmehr findet sich hier ein weitgefaßtes Spektrum. Vorneweg wird in zehn Abschnitten auf spezielle Einführungen, Quellensammlungen, Lexika und weitere historiographische Hilfsmittel verwiesen, vor allem auf Publikationen zu Problemen der Theorie und der Methoden. Dann folgen all die restlichen Abteilungen, deren Umfang und Überschriften übrigens schon zeigen, wie differenziert in dieser Disziplin mittlerweile gefragt wird und wie intensiv im Verlauf der letzten Jahre geforscht wurde. Dieser Teil beginnt mit dem Stichwort „Bevölkerung“ und führt dann mit Themenkomplexen wie „Soziale Ungleichheit“, „Geschlechter-/Frauengeschichte“ oder „Arbeiterschaft/Industrieproletariat“ in bibliographischer Ausführlichkeit bis hin zum abschließenden Kapitel „Sozialgeschichte der Bundesrepublik und der DDR“.

Werner Hornung

• Hans-Ulrich Wehlen

Bibliographie zur neueren deutschen Sozialgeschichte

C.H. Beck, München 1993; 439 S., 38,– DM