Peter Hartz, in Personalunion Arbeitsdirektor der Stahlunternehmen an der Saar, wird als aussichtsreicher Kandidat für einen Sitz im Vorstand der Volkswagen AG gehandelt. Der frühere Arbeitsdirektor von VW, Alexander Kowling, ist im Mai gestorben, Vorstandsmitglied und Intimus von Vorstandschef Ferdinand Piëch, Jens Neumann, hat das Ressort seitdem mitbetreut.

Tatsache ist, daß es Kontakte zwischen Hartz und dem VW-Aufsichtsrat gegeben hat, bisher ist jedoch keine Entscheidung gefallen. Die könnte es bei der nächsten Routinesitzung des Aufsichtsrats am 3. September geben.

Ein Arbeitsdirektor aus der Montanindustrie wäre bei VW nichts Neues: Karl-Heinz Brian, zuvor Arbeitsdirektor bei der Krupp Stahl AG in Bochum, trat 1978 in den Vorstand des Automobilkonzerns ein. Allerdings hatte Toni Schmücker, damals VW-Chef, zur IG Metall ein besseres Verhältnis, als man es jetzt Piech nachsagt. Angesichts der großen Umwälzungen, vor denen der Konzern steht, wäre ein gutes Einvernehmen zwischen der Gewerkschaft und der Unternehmensleitung kein Fehler. Ein Arbeitsdirektor, der das Vertrauen der Gewerkschaft hat, könnte hilfreich sein.

Die Hausfrau wird es beim Einkauf kaum bemerken. Doch wenn sie sich in Zukunft so urdeutsche Produkte wie Knödel oder Kartoffelpüree der Marke Pfanni aus dem Regal holt, wird sie damit vor allem den amerikanischen Konzern CPC International erfreuen. Der Münchner Unternehmer Otto Eckart hat nämlich mit Wirkung zum 1. Oktober 85 Prozent seiner Pfanni-Werke Otto Eckart KG an die deutsche CPC-Tochter Maizena Holding GmbH verkauft.

Die trägt mit ihren Produkten unter den Markennamen Knorr, Mondamin, Mazola, Dextro Energen und Ubena schon bislang rund 1,2 Milliarden Mark zu den 11 Milliarden Mark Umsatz des Lebensmittelmultis bei. Jetzt kommen noch fast 400-Pfanni-Millionen hinzu. Zwar steht das Plazet des Kartellamts noch aus, doch die Berliner Wettbewerbshüter werden die deutsch-amerikanische Kartoffelsuppe wohl kaum versalzen.

Das Geschäft ist ein Indiz für den rasanten Konzentrationsprozeß im Markenartikelsektor. Internationale Giganten wie Nestlé (Maggi), Unilever (Langnese-Iglo), BSN (Birkel) oder Philip Morris (Jacobs-Suchard) bauen ihre Marktanteile in Europa durch Zukäufe kontinuierlich aus. Gerade erst hatte sich der britisch-niederländische Unilever-Konzern das Diamalt Backmittelgeschäft einverleibt, und Nestlé will die Tiefkühl- und Süßwarenaktivitäten der italienischen Staatsholding IRI (Marken: Motta, Alemagna) übernehmen.

Pfanni-Verkäufer Eckart beklagt, daß Mittelständlern im europaweiten Wettbewerb angesichts der auf die Margen drückenden Handelsriesen für die Erschließung neuer Märkte das Geld fehle. Doch hausgemachte Fehler gehören meist dazu, um Familienfirmen verkaufsreif zu machen. So hatten die Münchner Kartoffelkönige das einträgliche Geschäft mit tiefgefrorenen Pommes frites schlicht verschlafen.