• Arylhexylamine

Zu trauriger Berühmtheit haben es Phencyclidin (PCP, Angel Dust) und das eng verwandte, aber weit schwächere Ketamin (The-Out-Of-The-Body-Drug) gebracht. Phencyclidin wurde in den fünfziger Jahren in den USA als Schmerzmittel entwickelt. Nach Zwischenfällen bei Operationen verbannte man es in die Tiermedizin: als Beruhigungsmittel für Hunde und Schweine. Auf dem Drogenmarkt tauchte es Ende der sechziger Jahre auf, nach dem Verbot von LSD. Schon bald war PCP für seine unberechenbare Wirkung berüchtigt: totaler Realitätsverlust, blinde Aggressivität, absolute Schmerzunempfindlichkeit.

Einfach und billig herzustellen, kann PCP geraucht, geschluckt, gesnifft oder gespritzt werden. In den späten siebziger Jahren hatten in den USA fünfeinhalb Millionen Amerikaner, so das National Institute on Drug Abuse (NIDA) in Washington, den Horrorstoff zumindest einmal probiert. 200 Todesfälle und über 10 000 psychiatrische Notfälle waren aktenkundig. Berichtet wurde auch von grausigen Selbstverstümmelungen: Im Polizeihauptquartier von Baltimore kratzte sich ein 26jähriger die Augen aus den Höhlen. Dann streckte der schmerzunempfindliche junge Mann den Beamten die blutigen Augäpfel entgegen.

  • Phenylethylamine

Amphetamin, die Muttersubstanz aller "Wachmacher", wurde schon 1887 synthetisiert – zur Behandlung von Schnupfen. Kurz nach dem Ersten Weltkrieg folgte dann Methamphetamin (Speed): aufpeitschender, euphorisierender als Amphetamin. Gestern wie heute ist Speed der Renner unter den harten Wachmachern, auch in der Bundesrepublik. Im Gegensatz zu früher wird das weißgelbliche Pulver heute nicht nur gesnifft, sondern ebenso gefixt.

Speed macht rasch süchtig, und der Entzugsprozeß dauert Wochen, manchmal Monate. Dauerkonsum schädigt Herz, Hirn und vegetatives Nervensystem. Auch ausgeprägte und lang anhaltende paranoide Zustände können auftreten.

Seit kurzem wird Speed – ähnlich wie Kokain – auch geraucht. In Form von Glass: In Säure gelöster Speed wird zu rauchbaren Kristallen verkocht. In Einzelfällen soll der Rausch bis zu zwanzig Stunden anhalten, die anschließende Depression allerdings volle zwei Tage.