Wilhelm Wieben: Aha!

Wir sagen nur Wilhelm Wieben. Ein Mann und eine Konstante. Abend für Abend, 20 Uhr, Wieben kommt. „Tagesschau“. Exakt 15 Minuten, Millionen gucken jetzt Nachrichten. Wieben, eine Orientierungsmarke auf sehr unübersichtlich gewordenem Terrain. Nur – wo bleibt der Dank?

Selbstkritisch sei eingeräumt, daß auch wir uns in dieser Hinsicht zurückhielten. Die Pressemitteilung eines „Meerwasserspezialisten“ namens Biomaris hat nun zu einer Überprüfung und zur Aufgabe unseres Standpunktes geführt. Was wir dort lasen, läßt den Schluß zu: Wer schon immer mal aussehen wollte wie Wilhelm Wieben oder doch im geheimen erwog, dieses Erscheinungsbild auch als Mahnung zu nehmen, ja der kommt an Biomaris nicht mehr vorbei. Wie der Pressemitteilung zu entnehmen ist, vertraut Wilhelm Wieben Biomaris. Ganz konkret: „Wenn Wilhelm Wieben die Tagesschau präsentiert, können Sie sicher sein, auch Biomaris ist dabei – von Kopf bis Fuß und mit Haut und Haar.“ Und Wieben selbst? Kein Kopfjucken, kein Garnichts. Sein Urteil: „Hervorragend.“

Eine Idylle also von oben bis unten, von vorne bis hinten? Nach Auskunft des Geschäftsführers des Meerwasserspezialisten begann die Beziehung mit einer Verspätung und damit eher zäh: „Ich traf Wilhelm Wieben auf dem Hamburger Flughafen, und wir beide ärgerten uns darüber, daß die Lufthansa unseren Flug nach Stuttgart ohne Angabe von Gründen als verspätet meldete. Ein Telephonat – und Wiebens hervorragende Pressekontakte sorgten dafür, daß diese Geschichte am nächsten Tag in einer großen Hamburger Zeitung stand.“

Und dann: „Auf dem Flug saßen wir nebeneinander. Als ich ihm von meiner Tätigkeit bei Biomaris berichtete, reagierte er nur mit einem unnachahmlichen ‚Aha!“‘ Sein persönliches Pflegeprogramm habe er bereits gefunden, soll Wieben dem Geschäftsführer gegenüber geäußert haben. Heute wissen wir, daß dies ein Irrtum war.

Grau, so grau

„Wir im Osten sollten schon immer sparen.“ – So fängt die Kolumne der letzten Ausgabe der Wochenpost an. Wir im Osten sollten.. Stopp! Hier geht es ausschließlich um „uns“, uns im Osten. Westler, raus aus dem Text, Zutritt verboten! Weiterblättern, sofort! Wir im Osten sollten schon immer sparen... Was für ein Unglück! Der Ostleser blickt auf, ganz mufflig sieht er aus, die Mundwinkel hängen runter. Verloren starrt er. in den Nebel der Vergangenheit, sein Leben war grau, so grau, so grau. Wir im Osten sollten schon immer sparen... Was für ein erster Satz!