Rattentod im Schlangenkot

Rattengift ist gefährlich, nicht nur für Ratten. Die Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) hat einen biologischen Weg gefunden, die unbeliebten Nager zu bekämpfen: einen einzelligen Parasiten der Gattung Sarcocytis.

Normalerweise nimmt die Ratte den Krankheitserreger über Schlangenkot auf, im Magen der Ratte bildet er Zysten, die zum Tode führen. Frißt eine Schlange die infizierte Ratte, kommen die Zysten im Schlangendarm frei. Dort vermehren sie sich erneut und werden ausgeschieden. Die GTZ-Wissenschaftler verabreichten den Ratten den Parasiten direkt. Braucht man für herkömmliches Rattengift immerhin 80 bis 150 Gramm Köder, um eine Ratte zu töten, so reicht jetzt ein Gramm, um die Krankheit zu übertragen. Außer Ratten und Schlangen befällt der Parasit laut GTZ kaum andere Lebewesen. Die biologische Bekämpfung wurde in Ägypten erfolgreich getestet und soll nun auch in Thailand erprobt werden.

Schwankende Pole

Polarität und Intensität des Magnetfeldes der Erde unterliegen im Laufe der Jahrtausende erheblichen Veränderungen. Paläomagnetologen am Centre Nationale de la Recherche Scientifique (CNRS) in Paris konnten nach Bohrungen im Pazifik erstmals den Verlauf dieser Schwankungen über die vergangenen vier Millionen Jahre beschreiben. Die Intensität des Feldes nimmt zunächst über Hunderttausende von Jahren langsam ab. Unterschreitet sie einen gewissen Minimalwert, schlägt die Polarität plötzlich um, und das Feld gewinnt rasch an Stärke. Dabei beeinflußt die erreichte Intensität die Dauer des folgenden Intervalls. Die Länge der Polaritätsphasen kann sich mehr als hundertfach unterscheiden.