Kindlicher Geschmack

Viele Erwachsene wundern sich über die ungesunden kulinarischen Vorlieben ihrer Kinder. Doch die können laut New Scientist (Heft 1891, S. 17) nichts dafür. Ihr Geschmackssinn ist noch nicht ausgereift. Amerikanische Wissenschaftler testeten die Geschmacksnerven von Achtjährigen. Jungen nahmen die Geschmacksrichtungen süß, salzig, bitter und sauer zwei- bis fünfmal schwächer wahr als Erwachsene. Mädchen waren lediglich im sauren Bereich weniger sensibel. Der Mensch, so das Resultat der Studie, wird also erst nach und nach zum Feinschmecker.

British connection

Sie sitzen in der Badewanne. Das Telephon klingelt. Sie hechten aus dem Wasser, patschen zum Telephon und hören nur noch Tuuut. Aufgelegt! Vom nächsten Jahr an bietet die British Telecom den „Call-Return“-Service. In Fällen wie dem obigen rufen ihre Kunden nach dem gestörten Bad die Nummer 14 71 an und erfahren die Nummer des letzten Anrufers. Bei 14 74 wird sofort die Verbindung hergestellt. Anrufer, die vermeiden wollen, auf diese Weise enttarnt zu werden, wählen 141 vor der eigentlichen Nummer. In Deutschland gibt es das bislang nur innerhalb der Telephonanlagen großer Firmen.

Hühnerknorpel gegen Rheuma

Das Essen von Hühnerknorpeln scheint gegen rheumatische Arthritis zu helfen (Science, Band 261, S. 1727). Amerikanische Forscher gaben Rheumapatienten drei Monate lang Kollagen II, ein Eiweiß aus Hühnerknorpeln, das auch in menschlichen Gelenken vorkommt. Daraufhin verbesserte sich der Gesundheitszustand einiger Patienten deutlich. Den Erfolg ihrer Methode erklären die Forscher damit, daß das Immunsystem Stoffe, die man mit der Nahrung zu sich nimmt, besser tolerieren lernt. Da sich bei Rheuma das Immunsystem gegen körpereigene Gelenksubstanzen – wahrscheinlich Kollagen II – wendet, dämpft das Essen dieses Stoffes die fehlgeleitete Immunabwehr und damit die Entzündungen der Gelenke.

Fern vom Schuß

Wenige hundertstel Sekunden entscheiden bei einem Hundertmeterlauf über Sieg oder Niederlage. „Aber haben wir bei knappen Entscheidungen in internationalen Wettkämpfen immer den wahren Sieger geehrt?“ fragt Ramanand Jha. In Nature (Bd. 365, S. 398) macht der Physiker vom Indian Institute of Science in Bangalore folgende Rechnung auf: Der Mann mit der Startpistole steht meistens hinter den Läufern an Bahn eins, der innersten Wettkampfbahn. Bei acht Läufern, einer durchschnittlichen Bahnbreite von einem Meter und einer Schallgeschwindigkeit von rund 340 Metern pro Sekunde hört der Athlet in Bahn acht den Startschuß etwa 0,02 Sekunden später als der Konkurrent in Bahn eins – zwei hundertstel Sekunden, die bei knappen Entscheidungen ausschlaggebend sein können.