Es war klug von Bundeskanzler Kohl, noch einmal im Papierkorb nachzuschauen. Dort fand sich die lange gesuchte Antwort auf die Frage, wie man das Unternehmertum für seinen Zwangsbeitrag zur Pflegeversicherung entlasten kann: durch Lohnkürzung an Feiertagen. Ursprünglich stammt die Idee vom Ehemann einer Freiburger Christdemokratin und war schon vor Monaten nach Bonn gelangt. Doch kurzsichtige CDU-Abgeordnete hatten sie verworfen. Dabei ist sie genial: Sie verringert die Lohnkosten, ohne daß sich die Arbeitnehmer zu wehren wagen. Wer, außer ein paar verstockten Gewerkschaftsfunktionären, kann ernsthaft etwas gegen Lohnkürzung an Tagen haben, an denen sowieso nicht gearbeitet wird? Die Frage ist vielmehr: Warum werden diese Tage überhaupt entlohnt?

Einen Haken hat der Plan allerdings: Falls die Pflegeversicherung scheitert, was wahrscheinlich ist, ist auch das schlaue Finanzierungskonzept passé. Dabei ergibt die Entlohnung von Freizeit so oder so keinen Sinn. Die Männer von Gesamtmetall haben das längst kapiert: Weg mit dem Urlaubsgeld, sagen sie. Weg auch mit der Lohnfortzahlung während der Ferien, und weg mit der Wochenendvergütung, sagen wir. Lohnfreiheit für arbeitsfreie Tage! Dann wäre der Standort Deutschland gerettet. Zu schade, daß die ansonsten so trickreichen Gesetzesbastler die Feiertagslösung an die Pflegeversicherung gekoppelt haben. Es wäre ein Anfang gewesen... per