Studium im dualen System

Keine Semesterferien, dafür das Diplom in drei Jahren. Das verspricht die neueröffnete Fachhochschule der Wirtschaft in Paderborn ihren Studenten. Die private, staatlich anerkannte Institution hat den Lehrbetrieb am 4. Oktober mit nur 36 Studenten begonnen. Die künftigen Betriebswirte werden ein „duales Studium“ absolvieren, das heißt Praxis und Theorie zu gleichen Teilen. Jeder Student wird von einem Unternehmen betreut. Dort absolviert er seine Praktika und bekommt genügend Lohn, um die Studiengebühren von tausend Mark im Monat zu bezahlen. Voraussetzung ist, daß er oder sie die Eingangsprüfung besteht. Im Januar 1994 nehmen die Wirtschaftsinformatiker ihr Studium auf.

Wohnungsmisere

Zwei Drittel aller Studenten in Westdeutschland sind auf den freien Wohnungsmarkt angewiesen. 23 Prozent wohnen bei den Eltern. Und nur etwa 10 Prozent kommen in einem öffentlich geförderten, also billigen Wohnheim unter. Die meisten Wohnheimplätze bietet Regensburg. Hier finden 21 Prozent der Studenten eine Unterkunft im Heim. In Hamburg sind es nur 5 Prozent. In den neuen Bundesländern leben 62 Prozent der Studenten in öffentlichen und privaten Heimen, so die 13. Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks (DSW). Das Studentenwerk kritisiert die Bundesregierung, die sich noch nicht mit den Ländern darauf geeinigt hat, das gemeinsame Förderungsprogramm von 1989 über 1994 hinaus fortzusetzen. Die in dem Programm anvisierte Anzahl von 40 000 neuen Wohnheimplätzen wird nach Angaben der Bundesregierung nicht erreicht, weil die Baukosten gestiegen seien. Nun will der Bund 250 Millionen Mark für Wohnheime in den neuen Ländern zuschießen, wo die Studenten zum Teil noch in Mehrbettzimmern wohnen. Laut einem Gutachten des Bildungsministeriums wären jedoch im Osten 1,6 Milliarden nötig. Für die alten Länder fordert das DSW 3,7 Milliarden Mark, um 40 000 Plätze zu schaffen.

Ost-Kontakte

Elf Studenten aus Mittel- und Osteuropa werden im kommenden Wintersemester eine Hochschule in Nordrhein-Westfalen besuchen und danach ein Praktikum in einem Betrieb absolvieren. Das „Studien- und Praxissemesterprogramm“ ist Teil der Hilfe des Bundeslandes für die Wissenschaftslandschaft des ehemaligen Ostblocks. Insgesamt elf Hochschulen Nordrhein-Westfalens pflegen Partnerschaften mit Rußland, ebenso viele mit Polen.

Radeln statt fixen

Baldur Schruba von der Fachhochschule Dortmund zeigt seinen Studenten, wie sie sich vor der Prüfung am besten entspannen: rauf aufs Rad oder mit dem Rucksack in die Natur. „Freizeit, Sport und Studium“ heißt das Projekt, das er betreut. Eine Umfrage der Dortmunder FH hatte ergeben, daß viele Studenten zu Tabletten und Drogen greifen, um den Prüfungsstreß besser zu überstehen. Mit Schruba sollen die Geschädigten „Techniken der Streßbewältigung“ erlernen. „Genußvoller und kontrollierter Umgang mit Drogen wie zum Beispiel Alkohol“ steht laut der Hauszeitung FH-Presse „im Vordergrund“.