In dieser Woche entscheidet sich das Schicksal von Bull, dem staatlichen französischen Computerproduzenten, der seit 1990 knapp 4,3 Milliarden Mark verloren hat. Bull-Chef Bernard Pache verlangt diesmal von der Regierung rund 2,6 Milliarden Mark, um Verluste abdecken und Fabrikschließungen finanzieren zu können. Industrieminister Gérard Longuet dürfte den Scheck wohl unterschreiben, will er doch den Konkurs vermeiden. Allerdings wird auch die EG-Kommission noch darüber entscheiden, ob die Milliarden zulässige Kapitalspritzen des Besitzers oder unerlaubte Subventionen des Staates sind.

Wenn Paris und Brüssel grünes Licht geben, hat Bull eine letzte Chance. Gelingt es dem Unternehmen nicht, in absehbarer Zeit schwarze Zahlen zu schreiben, wird es wohl zu einem radikalen Schritt kommen. Hinter vorgehaltener Hand heißt es bereits heute, dann würde der Computerbauer für einen symbolischen Franc an einen Konkurrenten verkauft.

Fragt sich freilich, wer Interesse hätte. Die Lage der italienischen Olivetti ist nicht viel besser als die von Bull, und der deutsche Elektronikriese Siemens arbeitet noch immer an den Synergieeffekten, die sich nach der Übernahme von Nixdorf bei der Computertochter SNI einstellen sollten. Bleiben also noch japanische Unternehmen, wie etwa NEC. Der Konzern ist bereits mit fünf Prozent an Bull beteiligt – ebenso IBM.

Der angeschlagene amerikanische Computerriese hat bereits abgewunken, als es darum ging, sich an einer Kapitalerhöhung zu beteiligen.

Geht es der Computerbranche so schlecht, daß sie jetzt auch schon CDs verkaufen muß? Ja und nein. Was mittlerweile in den Auslagen vieler Elektronikläden zu sehen ist, sind CD-Roms. Mit speziellen Laufwerken können die auf den glänzenden Scheiben gespeicherten Informationen aller Art in Personalcomputer geladen werden Die Technik wird unter dem Stichwort Multimedia vermarktet und soll den PC-Einsatz attraktiver machen.

So werden zum Beispiel bereits elektronische Wörterbücher angeboten oder Aus- und Weiterbildungsprogramme. Als besonders verkaufsfördernd für die neue Technik gelten indes Erotikfilme Ihr Schönheitsfehler: Das digitale Amüsement ist mit rund hundert Mark pro Scheibe noch recht teuer. Der Reiz liegt denn auch ganz woanders: „Personalcomputer stehen mittlerweile in fast jedem Büro“, erklärt ein Verkäufer den wesentlichen Unterschied zum traditionellen TV-Video.

Massiv mischt sich der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) in die Diskussion um die Postreform ein – und verstrickt sich dabei in Widersprüche. BDI-Chef Tyll Necker plädiert nicht nur für die Privatisierung der Telekom. Regelmäßig fordert er auch, die Fernsprechtarife drastisch zu senken.