Von Joyce Wadler

Wir haben eine Art Alarmglocke in uns, eine innere Stimme, die Gefahr ankündigt; am Donnerstag, dem 30. Juni 1983, hört Bernard Boursicot, Attaché beim französischen Auswärtigen Amt, das Läuten dieser Alarmglocken.

Er kämpft gegen dies Gefühl an, indem er sich immer wieder sagt, daß er allen Grund hat, glücklich zu sein: Er hat eine neue Stelle in Schottland. Er hat einen neuen Wagen. Das erfreulichste aber ist, daß es ihm nach jahrelangen Kämpfen gelungen ist, seinen sechzehnjährigen Sohn Bertrand aus China herauszuholen. Morgen wird Bernard ihn zu seiner Familie in die Bretagne mitnehmen und herumzeigen.

Es geht alles ganz schnell. Auf der belebten Einkaufsstraße Avenue Bosquet nehmen sie ihn fest. Ein Mann in Turnschuhen packt ihn von hinten, ein anderer von der Seite. „Wir wollen nur mit Ihnen reden“, sagt einer, und sobald er in den Renault steigt, legen sie ihm Handschellen an.

Sie scheinen eine Menge über ihn zu wissen. „Sie waren von 69 bis 72 in der französischen Botschaft in Peking und von 77 bis 79 in der Botschaft in der Mongolei tätig, und es fehlen fünfhundert Dokumente.“

„Sie sind homosexuell!“ sagt jemand.

„Was ist mit dem Flugticket, das Sie im April 71 von den Chinesen bekommen haben?“