Ein reizender Vorschlag: Exakt am 2. und 9. Dezember pünktlich um 16 Uhr und dann genau vier Stunden lang sollen wir die Drähte zum Glühen bringen. Wählen Sie 0228/16-22 22, und 40 Abgeordnete Ihres Deutschen Bundestages werden antworten: "Was immer die anrufenden Bürger wissen möchten..."

Bürger und Politiker – sie verstehen sich nicht mehr. Alles läuft schief, und der heiße Draht ist prompt falsch gestöpselt: Die Politiker bitten zur telephonischen Audienz – welche Anmaßung; und die Bürger, wir hören es schon, frönen ein weiteres Stündchen ihrer kleinmütigen Politikverdrossenheit – welch Untertanengeist.

Politiker, ob Hinterbänkler oder Präsident, sind des Bürgers Angestellte, und wenn sie etwas auf dem Herzen haben, dann sollen sie nicht hofhalten. "Dem Angestellten steht es frei", wußte schon vor 200 Jahren der französische Revolutionär Gracchus Babeuf (geköpft), "den Herrn zu verlassen, wenn er ihn zu streng findet und wenn ihm seine Aufgabe nicht mehr gefällt." Aber bevor Sie sich dazu hinreißen lassen, lieber Politiker, rufen Sie doch mal an, denn für die Nöte unserer Angestellten sind wir, sozial gesonnene Arbeitgeber, jederzeit aufgeschlossen. mg