Der alte Wurm und noch mehr

In ihrer Ausgabe zum 1. April narrte die Fachzeitschrift Nature in bestem britischen Humor ihre Leser mit der Meldung von einer genmanipulierten, angeblich unsterblichen Maus. Jetzt ist, ganz ernst gemeint, der Wurm an der Reihe (Nature, Band 366, Seite 404). Kalifornische Wissenschaftler haben zwei Gene identifiziert, die den Rundwurm Caenorhabditis elegans doppelt so alt wie normalerweise werden lassen. Sie haben damit jedoch nur eine Entwicklung nachvollzogen, die in freier Wildbahn auch stattfindet. Wenn die Nahrung knapp wird und der Würmer viele sind, wird im ersten Larvenstadium ein "Schalter umgelegt", der bewirkt, daß der Wurm im dritten Larvenstadium in eine Dauerphase tritt, die recht kümmerlich ausfällt. Mit dieser Magervariante sollen die schlechten Zeiten überdauert und soll das Fortbestehen der Art gesichert werden. Die Alterungsprozesse gehen jedoch, wenn der Wurm seine lange Jugend beendet hat, ihren gewohnten Gang.

Verdammt lang her

Nicht nur, daß vor 3,4 Milliarden Jahren schon Bakterien aktiv waren, ist überraschend, sondern auch die Tatsache, daß ihr Treiben heute noch gemessen werden kann. Japanische und amerikanische Wissenschaftler schließen dies aus der Zusammensetzung südafrikanischen Gesteins. Nur die Wirkung von Mikroorganismen erklärt ihrer Meinung nach den Anteil des Schwefelisotops 34, das bei der Umwandlung von Sulfat entsteht. Die Bakterien lebten damals am Grund eines Ozeans und fischten das Sulfat in gewaltigen Mengen aus dem Meerwasser – sie leisteten dabei weit mehr als heute lebende Bakterien.

Stark und doch impotent

Der Stärkste ist der Fruchtbarste – so geht’s oft im Tierreich zu. Ganz anders ist es bei dem Zierfisch Limia perugiae, einem Verwandten des Guppys (New Scientist, Heft 1900, Seite 16). Forscher des Würzburger Theodor-Boveri-Instituts fanden jetzt heraus, daß die stärksten Männchen eines Schwarms überhaupt keine Nachkommen zeugen. Sie verschwenden ihre gesamte Kraft, um die schwächeren Männchen zu attackieren.