Termingeschäfte: Multi verliert Millionen Arzneimittel: Krach in der Branche Einzelhandel: Monopolpreise im Gefängnis

Noch vor kurzem galt Heinz Schimmelbusch als strahlender Stern am deutschen Managerhimmel: jung, dynamisch, kreativ. Ungewöhnlich kurz nach seiner Berufung an die Spitze des Frankfurter Rohstoffkonzerns Metallgesellschaft (MG) vor vier Jahren wurde der 49 Jahre alte Österreicher 1991 von einem Wirtschaftsmagazin zum "Manager des Jahres" gekürt. Doch nun ist es mit der Strahlkraft des begnadeten Selbstdarstellers erst einmal vorbei. Riskante Öltermingeschäfte der amerikanischen Tochter Metallgesellschaft Corp. haben der Gesellschaft beträchtliche Spekulationsverluste beschert. Die Deutsche Bank und die Dresdner Bank – beide sind jeweils mit gut zehn Prozent am Konzern beteiligt – waren Ende vergangener Woche gezwungen, kurzfristig Liquiditätsbeistand zu leisten.

An der Börse schlug die Nachricht wie eine Bombe ein: Allein am Montag fiel der Kurs der MG-Aktie um zwölf Prozent. Der Schwächeanfall erfaßt den auf den Gebieten Metallproduktion und -handel, Anlagenbau (Lurgi), Umwelttechnik und andere Industrien (Buderus, Dynamit Nobel, Kolbenschmidt) tätigen Riesen mit 258 Einzelfirmen – Gesamtumsatz: 25,6 Milliarden Mark – in einem denkbar ungünstigen Moment. Sinkende Rohstoffpreise und hausgemachte Pannen, wie der Fehlkauf der Werkzeugmaschinenfirma Schiess, verursachten hohe Verluste.

Nach der letzten, schon aus der Substanz gezahlten Dividende von acht Mark werden die Aktionäre für das Geschäftsjahr 1992/93 auf Nulldiät gesetzt. Obwohl die Hausbanken beteuern, "alles im Griff" zu haben, ist längst noch nicht abzusehen, welche Zeitbombe unter den spekulativen Öltermingeschäften noch tickt.

Der Präsident des italienischen Fiat -Konzerns, Giovanni Agnelli, kann aufatmen: Das neueste Kleinwagenmodell Punto ist auf Anhieb zu einem Verkaufsschlager geworden. Im November hat der Turiner Autokonzern fast 21 000 Punto in Italien verkauft. Er erklomm sofort den ersten Platz der Zulassungen in Italien, auf dem das Erfolgsmodell Uno unangefochten fast elf Jahre lang gestanden hatte. Fiat verbesserte mit dem Erfolg seinen Marktanteil im Inland um 4,3 Punkte auf 35,4 Prozent.

Um diesen Erfolg kann Carlo De Benedetti als Konzernherr der Informatikgruppe Olivetti die Agnellis nur beneiden. De Benedetti mußte jetzt mit der Hiobsbotschaft vor die Gewerkschaften treten, daß von Januar an weitere 2000 Beschäftigte arbeitslos werden. Dabei ist Olivetti bereits auf die Hälfte des noch vor einigen Jahren üblichen Personalbestands geschrumpft. Diesmal geht es vor allem um die Angestellten der Hauptverwaltung. "Wir wollen doch nicht ganz als Konzern verschwinden", riefen die protestierenden Angestellten ihrem Chef zu. De Benedetti setzt auf seine neuen Computer. Doch ob die genauso einschlagen wie der Punto, ist längst noch nicht sicher.

Ein Hoffnungsschimmer für die Kali-Werker im thüringischen Bischofferode: Zwar wird Europas Wettbewerbskommissar Karel van Miert die umstrittene Fusion der beiden deutschen Kaliunternehmen voraussichtlich genehmigen. Doch knüpft der Belgier sein Plazet an eine Reihe von Auflagen.