in reines Umweltgewissen ist ein teures Ruhekissen. Beispiel Auto: Eine alte Rostlaube nach dem neuesten Stand der Recycling-Technik zu verwerten kostet die Entsorgungsfirma 650 Mark. Die Ausschlachtung der nutzbaren Teile bringt aber nur 250 Mark ein – es bleibt eine Lücke von 400 Mark. Wer sein rollendes Wrack umweltgerecht loswerden will, muß also kräftig draufzahlen. Mülltouristen sind da besser dran: In vielen Nachbarländern sind die Auflagen weniger rigide, dort wird man seine automobile Altlast für knapp sechzig Mark los.

Wegen des Schrottwagen-Exports fehlen den heimischen Autoentsorgern die Kunden; dem Bundesumweltminister fehlt die Altautoverordnung. Diese könnte mit einem Pfand beim Kauf des Neuwagens die künftigen Rostlauben in geordnete Verwertungsbahnen lenken. Doch die Verordnung schlummert in den Tiefen der Töpferschen Schubladen. Es gebe noch Abstimmungsbedarf im Kabinett, heißt es in Bonn.

Wer sein ausgedientes Schätzchen weder über die Grenze bringen noch am Straßenrand "vergessen" will, kann es ja wie Wolf Vostell machen, der das Problem schon vor ein paar Jahren auf seine Art gelöst hat: Er betonierte sein Auto in Köln auf der Straße ein und erklärte es zum Kunstwerk.

kpr