Mit einem Mißverständnis fängt alles an. Der Sohn meint, es wären Skiferien, die Eltern wollen für das viele Geld auch was sehen – vom Sohn. "Da muß jetzt skimäßig echt was rumkommen!" – und der Junior deshalb in den Kurs. Die Eltern sind froh, den Sprößling bei einer erfahrenen Skilehrerin zu wissen (immerhin war sie einst im österreichischen A-Kader), während sie selbst ungestört wedeln können.

Anzeichen der Unruhe keimen auf, als ebendiese Dame es wagt, den Bonsai-Wasmeier zurückzustufen, und diese friedensstörende Entscheidung auch nach drei Glas Champagner an der Schneebar nicht revidiert. Dem Sohn indes macht’s in der neuen Gruppe eh mehr Spaß, weil auch gerodelt und Schneemann gebaut werden darf. Mutters "Da ist doch kein Zug drin – der kann ja noch immer keinen Jet-Schwung!" bestärkt Vaters Meinung, daß Urlaub nicht zum Spaß da ist. Mehrmaliges Insistieren auf schärferes Training wird vom Lehrkörper überhört und mit der alpenländischen Generalabsolution "Dös paßt scho!" routiniert pariert.

Im Wissen, daß seit Katja Seizinger sich auch Flachländer Hoffnungen auf Weltcupsiege machen dürfen, fiebert das Elternpaar dem Höhepunkt des Urlaubs entgegen: dem Skischulabschluß-Rennen. Daß der Sohn das etwas anders sieht, tut nichts zur Sache.

Erste Irritationen ergeben sich, als Vater bemerkt, daß seine teure Videokamera doch nicht so kälteresistent ist wie erwartet, und Mutter die schlechte Startnummer als Komplott der offensichtlich nicht genügend hofierten Skilehrergilde entlarvt.

Nach hektischem Suchen im Skistall erst fällt dem Sohn ein, daß die Bretter beim Kantenschleifen und Wachsen sind und noch abgeholt werden müssen. Anschließend kann Vater endlich zeigen, wie man beim Liftanstehen richtig drängelt – mit dem Ergebnis, daß die Familie viel zu früh an der Piste steht.

Vaters forciertes "Einfahren" ermüdet den Filius, das Kennenlernen der Strecke via Hochlaufen wird vom Kind entrüstet abgelehnt ("Was soll das: Treppenschritt? Wozu hab’ ich denn ’ne Liftkarte?"). Das ach so wichtige mentale Abfahren der Tore wird mürrisch akzeptiert, dient aber mehr der väterlichen Beruhigung denn der Streckenkenntnis des Rennläufers in spe. Der hat heute nur Augen für die Pistenraupen und die Gleitschirmflieger. Völlig aus der Fassung bringt Junior seine Renneltern mit der cool-lapidaren Feststellung: "Snowboardfahren ist echt geiler!"

Dann prallen zwei Trainingsschulen aufeinander: Die forsche Mutter rät zu ebensolcher Fahrt, während der berechnende Vater auf Ankommen setzt. Das arme Weltkind in der Mitten sieht sich mal wieder im typischen Dilemma: Was es auch macht, es ist falsch! Fährt der Junior zu vorsichtig, ärgern sich die Eltern über die schlechte Zeit, läßt er’s knacken und fliegt raus, ärgern sie sich auch.